Wissenschaftssprache

Früher habe ich auch immer dieses verklausulierte Wissenschaftsdeutsch geschrieben, weil das so gefordert war - und man sich gut dahinter verstecken konnte.

Doch wo bleibt das Leben?

Die Wissenschaftsgemeinde macht es vor, alle anderen machen es nach? Irgendwann kann so ein Mitglied dieser Gemeinde gar nicht mehr anders. Das ist verständlich.

Komischerweise hat die wissenschaftliche Literatur angelsächsischer Prägung dieses verquaste Gemurkse nicht nötig. Die deutschsprachige "scientific community" scheint erpichter darauf zu sein, ihr Wissen für sich zu behalten (Stichwort: Herrschaftswissen), einen Selbstzweck daraus zu machen und so ihren Elfenbeinturm zu hegen und zu pflegen.

(Um diese Strukturen aufzubrechen, würde es meines Erachtens schon einiges helfen, diesen unseligen Beamtenstatus von Uni-Professoren usw. aufzuheben! Professoren würden ihren Titel immer aufs Neue wieder beweisen müssen und könnten sich nicht auf ihrem einmal erreichten Titel und hinter ihrer Machtpolitik ausruhen.)


Wie gesagt, man kann sich hinter so einer stark verbrämten, Wissenschaftlichkeit suggerierenden Sprache gut verstecken, d.h. man kann seine Gefühle gut verstecken. Nicht umsonst diese, und das ist noch nett ausgedrückt, immer wieder zu registrierenden panischen Berührungsängste von Vertretern dieser Spezies mit Themen wie Gefühle, Liebe, Tod usw. usf.

Hermine sagt: So hab ich´s gern.
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