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Im Sterben liegen I

Dieses im-Sterben-liegen dauert genauso lange wie es dauert!

Gedankensplitter, - zwinkern, -twittern (-tweeds?, also Zwitschereien?):
(Ich könnte zu allen Splittern noch viele und Vieles mehr notieren, solange bis jeder dieser Splitter wiederum ein in sich geschlossenes Konstrukt hergebe; das ist nichtsdestotrotz gar nicht meine Intention: ich empfinde alleine schon diese Notierungen und den damit einhergehenden Vorgang des Notierens als wichtig (für mich; es sind Splitter, die ich unbedingt loswerden muss)
  • Im Prozeß des Sterbens wird die sterbende Person auf ihren Charakterkern zu reduziert; alles im Laufe der Jahre angesammelte Zubehör mutiert zu dem Ballast welcher es eigentlich ist
  • oft genug hörte ich von alten Menschen in ihren letzten Stunden Statements, ja sogar in Form von Resümees, die völlig ihrem bisher gelebten Leben widersprechen; solche Statements hätten diese alten Menschen in jungen Jahren und bis noch vor ein paar Monaten vehement als Nonsens, als unmoralisch beziehungsweise als so nicht lebenswert abgelehnt
    • (Nutze die Chance gleich...; ...freue Dich im Moment, wer weiß was noch kommt, ...solange ihr noch jung seid, solltet ihr es geniessen...; Geld ist nicht so wichtig wie Zusammensein (Liebe) und Gesundheit.; "Ihr sollt was erleben."; u.v.ä.m..)
  • Vor dem endgültigen Einsetzen des Todes - sozusagen vor der definitiv letzten Etappe zum Tod hin - kommt immer nochmals ein Hoch, ein kurzes Zwischenhoch - vorzugsweise in Anwesenheit der Angehörigen (um die Freigabe zum Gehen zu erhalten(?)); mich führt dies regelmäßig in die Irre, ich denke dann immer nur noch dieses und jenes ist zu tun, und sie/er wird genau wieder so wie früher sein
  • ich meine - kurz bevor der Tod nun definitiv einsetzt -, es setzte irgendwann eine Akzeptanz beim Sterbenden ein, die Spannung im Körper verliere sich und die (projizierte) Angst, Ungewissheit verliere sich aus den Augen. Bevor diese Zustandsänderungen nicht erfüllt sind, setzt der Tod - Prämisse: normaler, kompletter Sterbeprozess - aber eben auch nicht ein (vgl.o. Eingangssatz, behaupte ich
  • die Art der Krankheit oder Erkrankung, die dem Menschen letztendlich den Tod bringt, passt in die Art des Menschen
    • plastisch einfach am Beispiel (einer Form) des Morbus Alzheimer: introvertierte Menschen werden extrovertiert(er); Vielredner werden Wenigredner; passiv wird aggressiv; usw.
  • War die Familie, das Verabschieden, das Winken, das Essen oder der große Bahnhof schon immer wichtig, so wird es im Prozess des Sterbens echt wichtig sein (vgl.a.o. Splitter 1); oft genug erkenne man als Aussenstehender erst beim Sterben wie wirklich wichtig etwas, eine Eigenart einem Menschen gewesen ist - diese Reduktion auf das Wesentliche, auf den wahren und guten Charakterkern rührt mich immer zutiefst an. Es gibt leider genügend Menschen, die Zeit ihres Lebens - aus Angst - alles dazu getan haben zu vertuschen wie gut, wie wirklich echt ihre originär guten Bedürfnisse waren
    • ich vermute, dass Menschen dann mit großer Wahrscheinlichkeit sicher sein können falsch interpretiert zu werden, wenn sie ihre guten Absichten, Motive oder Ideen mit Inbrunst vor sich her tragen und andere mit aller Gewalt von diesen zu überzeugen, zu missionieren versuchen - irgendwo: Fanatismus
      • Ich bin immer ehrlich., Familie(-nzusammenkünfte) ist das Höchste., An Feiertagen muss die ganze Familie auf den Friedhof., Die Wahrheit kann man immer sagen., ... (innere Glaubenssätze usw.)
  • Meine Vermutung - teilweise durch meine Wahrnehmung inspiriert beziehungsweise validiert - geht dahin, dass Menschen kurz vor ihrem Tod, also schon im - mehr oder weniger lange dauernden - Prozess des Sterbens so manche Probeflüge unternehmen und so mit den Menschen, die sie lieben, in Kontakt treten (vgl.u. die angegebene Literatur).
Ich muss die Balance finden zwischen Ressourcen bietender Empathie und nicht förderlicher, unproduktiver, womöglich destruktiver Selbstauflösung.

Lit.:
Niemz, M.H.: Lucy mit c. Mit Lichtgeschwindigkeit ins Jenseits. München 2006.
Niemz, M.H.: Lucy im Licht. Dem Jenseits auf der Spur. München 2007.

Hermine sagt: Wo ist mein herzgeliebte djungle drum!?
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