Samstag, 27. Februar 2010

Notverordnungen I

Nach 1945 hat man die Schlageter-Steine überall still und heimlich weggeräumt, und der badische Bomber wurde ganz schnell vergessen. Nur nicht in Landsberg. Dort, wo Adolf Hitler, der Bestsellerautor, sein Lebenswerk geschrieben hat, im Gefängnis, wo er mit freundlicher Duldung der bayerischen Justiz einen Kuraufenthalt verleben durfte, dort gedenkt man seiner noch heute. Dort, wo hinter dem Gefängnis ein kleiner Friedhof ist, auf dem einige hingerichtete Spitzennazis begraben sind und wo, regelmäßig, wenn auch anonym, Blumen niedergelegt werden, dort wo auch die größten Kriegsverbrecher kurz nach Kriegsende in Ehren in die Freiheit entlassen wurden, ruht so ein Stein auch mit größerem Selbstverständnis, mehr als zum Beispiel im Ruhrgebiet. Und dorthin, nach Landsberg, marschieren sie immer wieder, die Glatzköpfe, denen kein Haar gekrümmt wird, die lächerlichen Reminiszenzen an eine Zeit, in der eine Mörderbande dieses Land regierte.
Da kann es natürlich gefährlich sein, einen solchen Stein umzustürzen. Drei Künstler taten das vor gar nicht langer Zeit und bekamen im Jahr 2007 einen Strafbefehl des Amtsgerichts Landsberg in Höhe von 2000 Euro.
Der Tatbestand lautet: »Gemeinschädliche Sachbeschädigung«.
(a.a.O., S.48)

Lit.:
Hildebrandt, D.: Nie wieder achtzig! München 20075

Hermine sagt: Nein, nein, nein.

Notverordnungen

Am 30.Januar 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt und er beginnt sofort, die politische Macht völlig an sich zu reißen. Den Brand des Reichstags am 27.Februar nimmt er zum Vorwand, um Notverordnungen zu erlassen. Grundrechte werden abgeschafft, willkürliche Verhaftungen sind nun möglich. Es beginnt der staatlich legale Terror gegen die politischen Gegner, zuerst gegen kommunistische Politiker und linke Intellektuelle.
(a.a.O., S.292f.)

Lit.:
Prinz, A.: »Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne«. Die Lebensgeschichte des Hermann Hesse. Weinheim und Basel 2000.

Hermine sagt: Nein, nein, nein.

Freitag, 26. Februar 2010

unwissende Zeit

In der Kleinstadt kannte man ja die jüdischen Mitbürger. Die meisten wanderten aus, aber etliche blieben auch da; eine Frau Berg z.B., die hab´ ich als uralte Frau in Erinnerung, 80 war die. Einmal sah ich sie auf einer Bank sitzen, und da setzte ich mich zu ihr. Da sagte sie: »Du weißt doch, daß du dich nicht zu mir setzen darfst, das tu man lieber nicht.« Anfang 1940 hieß es: »Frau Berg wird verschickt.« Dem Nachbarn hat sie noch eine Karte geschickt, aus Theresienstadt. Dann hat man von ihr nicht mehr gehört.
Daß es KZs gab, hat man gewußt.
Hausfrau
Vor dem Ausbruch des Westfeldzuges lag ich an der holländischen Grenze bei einer Familie, die enge Beziehungen zum Kaplan der Orte Lobberich und Grefrath hatte. Insbesondere die Tante Unna erzählte uns viel von dem Bischof Graf von Gahlen der Diözese Münster, der in vielen Hirtenbriefen auf die Behandlung der Juden und auf die Übergriffe der NS-Machthaber hinwies.
Dort habe ich auch zum ersten Male den Ausdruck KZ gehört.
Ingenieur 1921
(a.a.O., S.54f.)

(Die angegebene Jahreszahl meint das Geburtsjahr)

Lit.:
Kempowski, W.: Haben Sie davon gewußt? Deutsche Antworten. Nachwort von Eugen Kogon. München 19993.

Hermine sagt: Waren das Zeiten?!

Donnerstag, 25. Februar 2010

Schnupfen III

Ja, es ist soweit, der Schnupfen ist endgültig auf dem Rückzug. Gott sei Dank. Ich näsele noch etwas, aber ansonsten war der Schnupfen am heutigen Tag keine Belastung beziehungsweise Behinderung mehr für mich.

Hermine sagt: Well, well.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Schnupfen II

Heute Nacht scheint, so glaube und hoffe ich, der Höhepunkt (besser: Tiefpunkt) dieses ganzen Schnupfenepos gewesen zu sein: drei Stunden Schlaf, aber nicht am Stück. Und dann mein Reinsteigern: War das mit dem Umckaloabo der blanke Unsinn? Mein Mund ist knüppeltrocken und klebrig; ich schwitze - und sind das nicht sowas wie Kopfschmerzen? Wird es gar am Ende noch eine Rhinosinusitis? Weshalb habe ich die Nasendusche gerade vor eineinhalb Wochen wegverstaut? Ich weiß doch, ich muss das Sekret immer am Laufen halten, sonst stockt es und wird eben zu dieser fürchterlichen Rhinosinusiits; zunächst mal einen Schluck Wasser trinken, einen großen Schluck. Lasse bitte diese Nacht endlich ein Ende haben. Wie soll nur bloß der Tag werden? Ich rieche ja auch gar nichts mehr. Selbst das japanische Pfefferminzöl - ich rieche nichts. Einen Tropfen unter die Nase reiben, brennt zwar wie verrückt, hält das Sekret aber wohl immerhin am Laufen - alles bloß keine Rhinosinusitis (kurz: eitrige Nasennebenhöhlenentzündung); das passiert bei mir schnell, wenn das Sekret einmal ins Stocken gekommen ist, und dann hat man diese mörder Kopfschmerzen, vor allen Dingen beim Nach-vorne-unten-beugen. Ah, gleich klingelt der Wecker.

- Und wie geht´s dir? - Ziemlich gerädert; ich rieche gar nichts mehr; ich glaube das wird eine Rhinosinusitis. - Ach was, das ist ganz normal; das hatte ich auch so; da musst du halt ein, zwei Tage lang durch. Du machst gerade so als hättest du eine ausgewachsene Grippe. - Ich bin bestimmt ganz knapp davor. - Ach was.

Ich habe mich durch den ganzen Tag gequält; bei der Verrichtung von Tätigkeiten, die ich sonst nicht mal bemerke, kam ich stark ins Schwitzen. Den ganzen Tag über hatte ich einen leichten Schweißfilm; und meine Kleidung am Oberkörper fühlte sich immer irgendwie klamm an, nicht das ich mir da doch noch was einfange. - Aber jetzt geht es mir verhältnismäßig richtig gut. So kann es auch gehen: an einem ganz normalen Arbeitstag alles ausschwitzen?

Gleich werde ich so richtig schön duschen, auf das es mir dann noch besser gehe!

Hermine sagt: Ausreichend trinken musst du; und bleib an deinem Umckaloabochen dran.

Dienstag, 23. Februar 2010

Schnupfen I

Wenn jemand, so wie ich, jahrelang keinen Schnupfen mehr hatte, dann ist es für die- oder denjenigen immer wieder erstaunlich wie einen so ein einfacher Schnupfen, an eine ausgewachsene Erkältung mag ich gar nicht erst denken, im Alltagsgeschäft beeinträchtigt. Die Nase läuft (wie man so sagt), dünnflüssiges Sekret muss in rauen Mengen abgeschnäuzt werden, die Nase kribbelt wie verrückt und legt einem (manchmal) in den blödesten Situationen einen phänomenalen Nieser nahe; morgens wache ich auf und sage zu meiner Frau, ach es geht ganz gut, ich kann vielleicht sogar in den Sport, zwei Stunden später wird es mir dann klarer (und mein Kopf von da an immer matschiger), dass ich zusehends froher sein werde, sollte ich auch diesen Tag überstehen. (Ach wir wehleidigen Männer?)

Na, jedenfalls bin ich ja wirklich froh, dass, wie bereits angedeutet, das Schnupfensekret dünnflüssig, sprich mehr oder weniger durchsichtig und farblos, ist. Ich schreibe das meinem geliebten Umckaloabo zu: dreimal dreißig Tropfen in zwei bis drei Schluck Wasser trinken und gut ist (in Flüssigkeit auflösen ist entschieden wichtig, um die ätherischen Öle und damit die Wirkstoffe ihre Wirkung entfalten lassen zu können); danach habe ich für einige Stunden Ruhe vor den übelsten Beeinträchtigungen was Naselaufen und Niesattacken angeht. Vor allen Dingen aber wirkt das Umckaloabo antiviral und antibakteriell. Und das ist wichtig in Bezug auf eine anderenfalls womöglich drohende absteigende Ausbreitung des Schnupfens (kurz: Husten bis Bronchitis). Genauso wichtig ist die soeben erwähnte antivirale und antibakterielle Eigenschaft des Umckaloabo hinsichtlich einer unliebsamen Superinfektion. Kurz: Erkältungen (in den unterschiedlichen Ausprägungen) sind praktisch ausnahmslos viral bedingte Erkrankungen (s. klarer Fließschnupfen); wird das Nasensekret (auch das Hustensekret) hingegen farbig, also nicht mehr weitgehend hell und durchsichtig, kann die oder der Betroffene von einer bakteriellen Superinfektion ausgehen - und dann wird´s langwierig und womöglich noch unangenehmer. - Wie gesagt, mit meinem Umckaloabo verhindere ich diese Komplikationen. Wichtig dazu ist Folgendes: Sobald sich der Schnupfen zeigt - Umckaloabo einsetzen! Und: noch drei Tage nach Abklingen der Beschwerden das Umckaloabo in der obigen Form weiternehmen; um eben diese Komplikation einer Superinfektion im Anschluss zu vermeiden.

Nun werden so manche Menschen sagen, oh, dieses teure Zeugs, nö, danke. Ich hingegen kenne seine zuverlässige Wirkung. Und ich bin absolut kein Freund von diesen sogenannten Schrotschuss-Verfahren: dieses und jenes Mittel noch dazu - eines wird schon treffen, wirken.

So, nun aber genug. Ich lege mich gleich mal für circa zwanzig Minütchen hin.

Hermine sagt: Tee gefällig? Du bist immer so besonders süß, wenn du krank bist.

Montag, 22. Februar 2010

Schnupfen

Heute bin ich doch so richtig schön mittelschwer verschnupft. Gottseidank nichts Absteigendes, mit Husten und so, das hätte mir naturgemäß nicht gepasst. So geht ja alles seinen Rhythmus.

Freitag, 19. Februar 2010

Mord oder doch

Immer, wenn ich eine solche Meldung lese werde ich ganz unsicher, ich weiß nicht inwiefern ich dem zustimmen kann; ganz abgesehen davon, dass die wahren Zusammenhänge wohl kein Mensch weiß.

Ich frage mich nämlich immer Folgendes: Kann ich hier tatsächlich von Mord sprechen?

Das hier eine oder mehrere Personen durch die Hand einer beziehungsweise mehrerer anderer Personen ums Leben gekommen ist, erscheint mir klar. Aber schon, wenn man sagen würde es wäre ein unnatürlicher Tod gewesen, bin ich mir nicht ganz sicher: Ist es für Terroristen nicht irgendwo die natürliche Todesart, ist es nicht so, dass mit der mehr oder weniger freiwilligen Entscheidung für die Lebensform des Terroristen, solch eine ansonsten absolut unnatürliche Todesform zur natürlichen geworden ist (auch in Anklang an eine selbsterfüllende Prophezeiung)?

Die weitere Frage ist für mich in diesen und ähnlichen Fällen dann, ob hier eine Differenzierung zwischen dem Gebrauch des Wortes Mord und den möglichen Paarungen bestehen sollte: Geschieht die Tat durch die Hand eines vorher unbescholtenen Menschen an einem bis dahin ebenfalls unbescholtenen Menschen, würde ich klar sagen wollen, dass das ein Mord war. Ebenso würde ich eindeutig von Mord sprechen wollen, bringt eine straffällig gewordene Person, was Straftaten mit Todesfolge angeht, einen bis dahin unbescholtenen Menschen um. Desweiteren: Eine bis zu diesem Zeitpunkt unbescholtene Person bringt eine keineswegs unbescholtene Person, was Straftaten mit Todesfolge angeht, um. Wie nennt sich das dann? Rache? Mord? Gar: Gerechtigkeit? Jetzt aber: Bringt eine straffällig gewordene Person (oder mehrere), was Straftaten mit Todesfolge angeht, eine ebensolche straffällig gewordene Person (oder mehrere) um, wie eben ist dieses zu bezeichnen? Um mein Anliegen noch etwas transparenter machen zu können, sei mir an dieser Stelle ein leicht hinkender Vergleich erlaubt: Prostituierte nennen die Männer ihres Geschäftes Freier - und nicht Ehemann oder Geliebten oder Partner oder Freund. Also, ist eine solche soeben angeführte Tat dann als Rache-Mord zu bezeichnen und der oder die Täter als Rächer? (Hat das nicht sogar etwas Verklärendes?) Oder soll man hier von Terror-Mord reden, um so das Andersartige einer solchen Tat herausstellen zu können - also letztlich ein durch Terror-Mord umgekommener Terror-Mörder? (Hat das nicht etwas Reißerisches?) Soll man sagen Auftrags-Mord und Auftrags-Ermorderter? (Hat das etwas steriles?) Soll man sagen: Heute ist mal wieder ein Mord geschehen, so wie er in diesen Kreisen üblich ist. (Zu umständlich?)

Höchstwahrscheinlich haben die lieben Journalisten Recht mit Ausdrücken wie Mord beziehungsweise Mordtat, auch in Bezug auf den zuletzt skizzierten Fall, der ja wohl auch den aktuellen Anlass klassifiziert (vgl.a.o. erster Link). Aber so richtig anfreunden kann ich mich halt eben nicht damit, warum auch immer, es ist so ein unbestimmtes Unbehagen. - Mord bleibt wahrscheinlich eben einfach immer Mord, basta.

Hermine sagt: Ich mag so etwas gar nicht hören!

Donnerstag, 18. Februar 2010

Steuerbetrugs-Daten-CDs

Da regen sich so viele Menschen anscheinend darüber auf, dass jetzt diese CDs, aus unterschiedlichen Herkünften, angeboten werden, auf denen die Daten von sehr vielen deutschen Steuerbetrügern festgehalten sind.

Ich weiß noch, ich hatte vor einigen Monaten ein Buch gelesen über die Mafia in New York und ihre Geschichte. Das Buch stammte von einem britischen Experten in diesen Dingen, das weiß ich über die Buch-Daten noch, der Name des Autors und der Bucht-Titel fallen mir jetzt auf die Schnelle nicht ein.

Jedenfalls: Der Autor beschrieb auch noch, dass jetzt die viel größere Gefahr von der russischen Mafia ausginge, da diese die äußerst strenge Organisation der italienischen Mafia und ebenso deren Ehrenkodex nicht einhalten würde. Der Autor versuchte in dem Buch nun aufzuzeigen - das war das Hauptanliegen -, woran es lag, dass die New Yorker Mafia (und damit auch die amerikanische Mafia) langsam aber sicher an ihrem zuvor doch so exorbitanten Einfluss verloren hatte. Zunächst lag es wohl daran, dass sich die Mafia von ihrem Kerngeschäft hin zum Drogenhandel öffnete; das machte unter anderem die zuvor so gut eingehaltenen Hierarchien kaputt; und es entstand dreckiges Geld - mit Einfluss auf die Qualität der extrem wichtigen Geldwäsche. Die Abhörmaßnahmen des FBI und ähnlicher Organisationen machten es dem Mob ebenfalls immer schwerer seine starke Position zu behaupten; die Abhörwanzen waren ja sogar in den zentralen Club-Räumen der Mafia zu finden. Desweiteren konstatierte der Autor (wie hieß er nur?), dass das alles noch nicht ausreichte, um dem Mob nachhaltig zu schaden. Nein, es musste noch etwas dazukommen, was die Mafia klassischer Prägung mit ihren enormen Einflüssen auf Politik, Wirtschaft, Bankenwesen, Handel und Gesellschaft letztendlich so sehr ins Schlingern brachte: Die Zeugenschutzprogramme.

Und, hier sind wir jetzt, genauso sehe ich das auch mit diesen Steuerbetrugs-Daten-CDs - oder wie diese Dinger auch immer heißen mögen: Die Menschen regen sich (immer) über diesen Einen auf, der die CD(s) hat; sie möchten, wenn ich das richtig verstanden habe, am liebsten die CDs verschwinden lassen und den Einen, als den eigentlichen großen Verbrecher vor Gericht zerren; oder die CDs bekommen und den Melder-Zeugen, inklusive Gerichtsverfahren. Die Devise: Datenklau und Datenschacher sind schlimmer als Steuerbetrug - Datenschutz über alles.

Ich sehe das vielmehr so, dass das für mich sehr vergleichbar ist mit den obigen Erkenntnissen aus den Zeugenschutzprogrammen für (hochrangigste) Mafia-Mitglieder. Hier, bei den Steuerbetrügern, ist es dann doch ebenso: Einer, hier mehr oder weniger wohl anonym, gibt höchst wertvolle Internas einer Menge oder gar Vereinigung von Steuerbetrügern an die - aus seiner Sicht - dafür zuständigen Stellen, Behörden etc. weiter (und hat voraussichtlich selber mehr oder weniger Dreck am Stecken).

Wie viele freiwillige Steuersünder-Offenbarer waren ja schon alleine bis jetzt unterwegs (die meisten wohl in Bremen) - und die sagen nicht nur, hier ich, ich habe gesündigt, drehen sich um und gehen. Nein, die zahlen auch tatsächlich ihre Steuern (und eben ein bisschen mehr)!

Hermine sagt: Ähm (schnipp), ich weiß es, ich weiß es (schnipp, schnipp).

Lit.:
Shawcross, T.: Krieg gegen die Mafia. München 19971.

Mittwoch, 17. Februar 2010

Der liebe Gott lässt uns

Ich würde nicht sagen - wie es so viele als geflügeltes Wort benutzen -, dafür hat der liebe Gott dieses oder jenes erfunden.

Ich denke eher so, der liebe Gott hat uns dieses oder jenes erfinden lassen, in dem Sinne: der liebe Gott hat uns so weit blicken lassen (erlaubt), dass wir dieses oder jenes entdeckten.

Hermine sagt: Ach, so ist das also mit meinen Winterstiefeln gewesen.

Dienstag, 16. Februar 2010

Karneval und Fasching

Ich werde Fasching und Karneval nie verstehen, ich bin damit eben nicht aufgewachsen; für mich wirkt diese Fröhlichkeit immer nur aufgesetzt.

Klar ist hingegen, dass diese organisierten Veranstaltungen und eben die entsprechenden (extrem stark hierarchisch strukturierten) Organisationen nur einen einzigen Zweck verfolgen: Sie fördern und festigen politisch-wirtschaftlichen Filz und politische Seilschaften. Lokal begrenzt heißt das ja wohl auch, kurz: Klüngel.

Vielleicht hat ja einer von den Verantwortlichen in der Kölner U-Bahn seine Narrenkappe liegen lassen?

Hermine sagt: Ach, was du nicht sagst!?

Freitag, 12. Februar 2010

Was könnte ich nicht alles machen

Ich bin ja so froh. Es könnte doch noch viel, viel schlimmer sein. Worum es geht? Ich bin froh, das ich nur ein kleines Licht im social(-ized, -izing) Internet bin. Nicht froh bin ich darüber, dass ich jetzt schon zeitlich fast überfordert bin mit der Hege und Pflege meiner social Internet-Instrumente, als da wären:
  • Blogger punkt com,
  • WordPress (inhaltlich identisch mit Blogger-Blog; existiert insofern eigentlich nur, weil ich mich dann und wann gerne mal beim Herumstöbern in meinen lieben WordPress-Themes entspanne),
  • GMail (ein paar kleine und große Mails, das Übliche eben); seit Neuestem auch Buzz (was das genau bewirken soll, bleibt mir aber wohl noch einige Zeit lang nebulös),
  • Twitter (lass es 20 mehr oder weniger nichtssagende Tweets/Woche sein)
  • und last but not least naturellement mein geliebtes Google-Readerchen (obschon ich da eigentlich - wenn ich es jetzt so recht bedenke - auch mit meinem Blogger-Dashboard hinkäme)
- that´s it.

Das ist für mich oftmals schon mehr als genug; man bedenke, dass ich auch noch ziemlich ressourcenschonend mit diesem ganzen Equipment umgehe, d.h. ich verzichte weitestgehend auf technischen Schnickschnack: gekauft wie gesehen und ab und zu mal ein Bild hochladen - auch hier: that´s it. Und trotzdem: zeitlich ist schon das so manches Mal (zu) intensiv.

Jetzt überlege ich mir, welches Orchester alle die leibhaftig gewordenen social Internet-Träume nahezu täglich bedienen (müssen); man sehe sich nur die durchschnittlichen Blogger-Posts an, die sich mit angelehnter Thematik befassen:
(Los geht es ja eigentlich schon mit der Unterscheidung mobil, nicht mobil, Tischrechner, Klapprechner, Netbook und höchstwahrscheinlich noch so Einiges mehr. Auch hier: ich benutze den Tischrechner (dafür aber einen richtig guten und zuverlässigen) - das war´s. Daher: ich lasse diese Unterscheidung; relevant scheint mir das auch nur insofern: die Nutzung zusätzlichen wie auch immer mobilen Equipments ist ein Garant für noch größeren Zeitverbrauch - die social Software am Ende bleibt mehr oder weniger dieselbe.)
Also das nutzt und pflegt der hyped and socialized Internet-User, recht intensiv:
  • Twitter (mehrere Accounts; privat und öffentlich)
  • Bloghoster
  • Facebook
  • Orkut(?!)*
  • Reader
  • Flickr
  • Posterous
  • bit.ly
  • delicious
  • E-Mail (im großen Stil; mit mehreren Adressen und Clients)
  • Artikel kommentieren (bevorzugt anscheinend bezüglich Netzpolitik)
  • Google Wave (ich weiß auch hier immer noch nicht so recht was das soll; also toter Account)
  • Internet nach internetspezifischen News durchcrawlen (wenn nicht schon per Reader geschehen; ich zähle hierzu auch Blogsuche, Google Earth(?!)* und ähnliche Instrumente)
  • irgendwelche Foren
  • Yahoo(?!)*
  • html-, css-, java- und ajax-Kenntnisse und nebenher noch ftp und php und apache; am Ende noch api bedienen
  • Google Friend Connect(?!)*
  • Google docs und tabs
  • Amazon-Wunschliste
  • ebay
  • MySpace
  • Skype(?!)*
  • Verbraucherportale(?!)*
  • telepolis(?!)*
  • Linkedin(?!)*
  • diggit
  • craigslist
  • mehrere Browser (inkl. social Browser Flock); plugins und add-ons (der Browser soll individuell und auf Hochleistung getrimmt sein)
  • *(?!) = zweifelhaft; hier bin ich mir nicht hundertprozentig sicher ob der tatsächlichen Verwendungshäufigkeit und/oder -relevanz, da ich, wie gesagt, was dieses angeht, nur ein kleines Internet-Licht bin
, und jede dieser Seiten muss hochindividuell eingerichtet sein (auch dieses Einrichten und Einstellen kostet Zeit - und man muss ja auch noch dranbleiben).

Wahrscheinlich werden mir die richtigen Geeks jetzt genau diese Liste um die Ohren hauen wollen: zu viel; Triviales; Redundanz; Kinderspielzeug, das richtige Zeug ist ´Dieses´ beziehungsweise ´Jenes´; und sowas eben. Aber ich habe diese Dinge aus unterschiedlichsten Internet-Begegnungen wiederkehrend herausgelesen und meine Verwunderung über die enorme Energie, die in diese Dinge gesteckt wird, ist nie gewichen.

Also zum Schluß: Entweder ich bin viel zu langsam (obwohl ich denke, ich fliege) und würde das oben angedeutete Pensum daher nie im Leben (schon gar nicht nahezu täglich) schaffen. Oder ich bewerte das alles über. Ich denke mir immer was könnte ich im Internet alles schaffen, wenn ich die Zeit darin investieren würde, die ich vermute, die es braucht. Dann denke ich mir wieder: nein, meine Zeiteinteilung ist vollkommen okay.

Hermine sagt: Schneeballschlacht, mon Petit!

Donnerstag, 11. Februar 2010

Doping freigeben

Ich hatte mir mal überlegt was so ungefähr passieren könnte, würde Doping im Sport vorbehaltlos freigegeben werden.

Die Sportler würden sich alles rankarren, was sie für Geld bekommen könnten. Sie würden sich das, nunmehr noch teurer gewordene Zeug, natürlich auch applizieren wollen, aber nicht ohne Plan; Ärzte (oder besser: Mediziner) würden - womöglich exklusiv - unter Vertrag genommen werden. Es würden richtige Doping-Zentren oder Doping-Institute neben den riesigen Sportanlagen entstehen. Die Athleten würden unter ständiger Kontrolle stehen, so dass die Abstimmung Training, Doping-Cocktail, Leistung effizient perfektioniert werden kann.

Die Zuschauer würden Leistungen sehen, wie sie ihnen bisher nur aus dem Tierreich geläufig waren - vielleicht nicht gerade einen Gepardensprint, hingegen ein Wolfssprint könnte es dann schon sein. Man darf nicht vergessen, die Knochen, Sehnen und Bänder dürften ja auch mithilfe des neu hinzugewonnenen medizinischen Sachverstandes verstärkt werden. Die Leistungsdaten und -unterschiede würden sich auf sehr hohem, bisher völlig unbekanntem Niveau einpegeln.

Ganz andere Sponsorenwelten könnten erschlossen werden: Fiberglasbau, Wachstumshormone, Zulieferer aus der Bullenmast, Schilddrüsenhormone; überhaupt, würde vermutlich nicht nur die gesamte Hormonsparte der Pharmaindustrie einen riesigen Wachstumsschub bezüglich Forschung und Entwicklung erfahren.

Die finanziellen Konsequenzen wären im Falle einer konsequenten Dopingfreigabe kaum abzuschätzen. Alles würde zunächst mal teurer; vordergründig: Die Preisgelder schnellten in die Höhe. Das muss aber auch finanziert werden... Preisspiralen - und Korruptionsskandale.

Wahrscheinlich würden sich die Leistungsunterschiede in der Spitze genauso manifestieren, wie sie sich darstellen würden, wären die Sportler allesamt sauber. - Nun ja, reiche Länder und ehrgeizige Diktaturen würden wohl doch die noch etwas besseren Sportler hervorbringen.

Einige (wenige oder viele) Sportler würden, direkt oder indirekt, an den Folgen ihres Dopingkonsums versterben; sei der Expertenstab im Vorfeld auch noch so ausgeklügelt ans Werk gegangen (Mediziner-Apparat - Apparate-Medizin).

Manche Athleten würden das Komplettprogramm buchen - es soll sich ja schließlich auch rentieren. Andere würden die gefährlichen Drogen nur von Zeit zu Zeit nehmen oder ganz ablehnen - so das dann überhaupt noch im Bereich des Möglichen wäre; denn Eines ist klar: nur die wirklich Wagemutigen werden es in diesem System noch zu einer Medaille bringen: Kein sportlicher Erfolg ohne Doping! Wer nichts wagt, der nichts gewinnt; man muss was tun, sonst kommt man zu nichts!

Und hier setzt meine optimistische und konstruktive Endzeitspekulation an: Je mehr Sportler qua ihres Drogenkonsums versterben, desto mehr wird der intrasystemische Druck zumindest auf die Großkopferten unter den Doping-Sportlern zunehmen. (Irreparable körperliche und/oder geistige beziehungsweise psychische/seelische Schäden sollen bei diesen Überlegungen mal noch in den Hintergrund treten.)

Und jetzt passiert´s: Einzelne Sportler werden sich dem Dopingsystem (Doping mit System) entziehen, sich selbst organisieren! Diese Sportler werden sich einen eigenen Ehrenkodex in Form von schriftlichen Statuten verordnen!

Der Unterschied? Heutzutage kümmern sich mehr oder minder vertrauenswürdige Verbände mehr oder minder intensiv um die Akte Doping. - In meiner Utopie würde sich eine etwaige Gegenbewegung zu einhundert Prozent aus den Reihen der Sportler formieren; vermutlich hätten wir dann mehrere Verbände mit ihren jeweiligen Meisterschaften: die Meisterschaften der Semi-Doper, die Meisterschaften der Voll-Doper, die Meisterschaften der Doper ohne Hormone, die Meisterschaften der Glasklaren, ... - Spannend wäre ja dann letzten Endes immer noch die Frage: Wie verhielte sich die Sponsorenschaft; wo und wie flössen die Gelder?


Hermine sagt: Monopoly-Meisterschaften.

Mittwoch, 10. Februar 2010

Gefahrvolle Ideologien

Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.

Dies ist die Einsicht, welche jede Ideologie so potenziell gefährlich macht: Die Einsicht wird immer stärker, die Feinde werden immer mehr. Und: die Feinde müssen beseitigt werden, denn sie bedrohen nicht nur die Ideologie an sich, sondern auch die (Chef-)Ideologen. - Der Übergang zu einer solchen Entwicklung kann sehr schnell gehen.

Anstelle von Feinde wird auch gerne verwendet: Regimekritiker, Ungläubige, (Neo-)Konservative, Kommunisten, Kapitalisten, Imperialisten, (radikale) Konstruktivisten, Positivisten, Behavioristen, Freudianer, (Neo-)Liberale, Demokraten, Faschisten, Homöopathen, Hegelianer, Schulmediziner, Zaristen; und was nicht noch alles mehr.

Hermine sagt: Was´n Batzen, Hase.

Dienstag, 9. Februar 2010

Neues Theme suchen

Ich werde mir heute zu meinem WordPress-Blog zum x-ten Mal ein neues Theme aussuchen!

Irgendwie entspannt mich das ja auch immer sehr. Es hat für mich auch etwas von dem Gefühl wie ich es als Kind hatte: ich kann mir in aller Ruhe etwas aus den Süßigkeiten aussuchen ohne Angst vor Mangel haben zu müssen, also ohne irgendeinem Druck ausgesetzt zu sein. - Schlaraffenland im Internet, im Web 2.0.

Hermine sagt: Mach ruhig.

Montag, 8. Februar 2010

Nichts entwickelt

Letztes Wochenende war ich mal wieder im Sport-Studio: Gott sei Dank sind da nur die wenigsten Mitglieder so; aber es gibt da tatsächlich Leute, aus der Bodybuilder-Ecke, schlimm, die haben sich seit ihrer Schulzeit nicht weiterentwickelt. Dass die nicht merken, dass das immer noch dasselbe dumme Gehabe ist wie in der Schulzeit. Es sind dieselben, die zu Schulzeiten als erste Mofas hatten (natürlich frisiert), die zu Schulzeiten als erste rauchten und tranken, klauten, gewalttätig waren, und die immer die neuesten Jeans trugen.

Heutzutage folgt dann die Fortsetzung der Selbstzerstörung mit anderen Mitteln; diese sogenannten Bodybuilder geben ihr letztes Geld aus für ihre Trainingskleidung, für das entsprechende (natürlich frisierte) Auto, für ihren Mitgliedsbeitrag und für Eiweißpräparate, Anabolika beziehungsweise Wachstumshormone - und sie meinen von sich immer noch, sie wären die Größten, Juchhu.

Dass diese Leute schwache soziale Vorbilder beziehungsweise daraus resultierende ebenso schwache Handlungsalternativen hatten, ist klar. Ich kann nur nicht verstehen, dass es für diese Menschen nicht möglich war sich von ihrem verqueren Schulhof-Status-Gehabe aus weiterzuentwickeln.

Aber wahrscheinlich sehe ich das Ganze mal wieder viel zu eng:
  1. Mich muss das alles doch gar nicht interessieren; da ich mit diesen Leuten, wenn überhaupt, sowieso nur ganz am Rande mal etwas aus der Ferne zu tun hätte (s.o. aktueller Anlass: Sport-Studio).
  2. Ich sehe doch immer nur einen Ausschnitt. Wer weiß, viele von diesen Schulhof-Paten hätten sich denn ja eventuell letzten Endes doch noch weiterentwickelt?

Hermine sagt: Es wird wieder eisig; mais: Trocken!

Freitag, 5. Februar 2010

Individuation und Vernetzung

Diese Entwicklung kann ich mir manchmal noch nicht ganz erklären:

Je stärker das Beharren auf Individuation, sprich das Einfordern individualisierter Lebensentwürfe, desto größer der Hype um die soziale Vernetzung im Internet.

Ist die Angst vor Vereinnahmung beziehungsweise Bevormundung gewachsen? (Sind das schon die ersten mehr oder weniger sichtbaren Auswirkungen der nicht-Grenzen-ziehenden, der immer-Ja-sagenden Elterngeneration(en)?) ...
Wenn ich zu jemandem im direkten persönlichen Kontakt ´Ja´ sage, ist meine Individualität dann in Gefahr, steckt das dahinter? ...
Sind heutzutage die persönlichen Grenzen dermaßen fragil? Hat die Internet-Industrie das erkannt? (Hat das Eine mit dem Anderen nichts zu tun? War aber vielleicht doch ein vom Zeitgeist inspirierter Bedarf da?) ...

Hermine sagt: Ich liebe das.

Donnerstag, 4. Februar 2010

Stimmungsmacher

O-Ton-Quelle: Öffentlich-Rechtliches Fernsehen, Frühstücksfernsehen

Szene: Verschneite, dunkle Straße; von TV-Kameras ausgeleuchtet; rechts und links Schnee mannshoch aufgetürmt - danach sehe ich nicht mehr hin (habe anderes zu tun), höre nur noch Ton:

Einheimischer:
ja, dieses Notstromaggregat stammt von der Armee, von der NVA, wir haben schon mal überlegt, es in diesem Winter mal wieder zu installieren; man muss aber sagen, die Temperaturen sind für den Winter ganz normal - und dass wir jetzt ein bisschen mehr Schnee haben, dass freut vor allem unsere Kleinen und die Touristen.

Reporter:
Ja, aber sagen Sie mal, Sie hatten doch für den Winter eine ganz besondere Prognose.

Einheimischer:
Ja, ich meine der Winter wird erst Ende Februar so richtig anfangen.

Reporter:
Na, da kommt ja noch ganz schön was auf uns zu.

Ende der Szene und des Beitrags.

(Ob sich der Reporter innerlich dachte, Puh, Ziel doch noch erreicht und damit Auftrag auch, ist nicht überliefert.)

Hermine sagt: Heute gibt´s Erdbeer-Pudding mit Vanillesoße.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Twitter I

Apropos Twitter-Buch, empfehlen kann ich da folgende zwei:

  • O'Reilly, T. & Milstein, S.: Das Twitter-Buch. Köln [u.a.] 2009.

Ein sehr schönes, frisches Buch zu Twitter, so nach dem Motto: Freut euch, es gibt Twitter, einfach mal machen, das macht solch einen Spass - und so einfach geht das; und wenn nicht gleich alles zu einhundert Prozent klappt, auch nicht wild; es gibt genügend Spielsachen, die ihr ausprobieren könnt, einfach machen, es wird euch gefallen; jeder kann das, es macht Spass, und es wird euer Leben verändern. Es ist genauso ausführlich wie es sein muss. Es vermittelt nützliche Tipps im Umgang mit Twitter und mit der Twittergemeinde. Weiter stellt es nützliche und gängige Tools und Clients vor und ist dabei immer uptodate. Es hat sehr schöne frische Farben und führt einen schon alleine von daher (und über die rechteckige Buchform) auf angenehmste Art und Weise in das Twitter-Ambiente ein.

Ich finde: Dieses Buch ist rundherum gelungen; es wird nie langatmig, und dieses Buch vermittelt dem interessierten Web 2.0-Adepten wirklich alles, was sie oder er über Twitter wissen muss. Einziges, winziges, eigentlich gar kein Manko: die Beispiele und die Beispiel-Tweets sind englischsprachige.

  • Simon, N. & Bernhardt, N.: Twitter. Mit 140 Zeichen zum Web 2.0. München 2008.

Da ist wohl gerade auch eine neue, vollständig überarbeitete Auflage herausgekommen, mit farbigen Illustrationen ausgestattet. Die Ausgabe, die ich zur Hand hatte, war schwarz-weiß, wenn ich mich recht entsinne. Insgesamt wird hier Twitter sehr schön mit seinen ganzen Tricks und Raffinessen beschrieben. Vieles wird zu historischen Entwicklungslinien erzählt, dabei werden hier und da auch wirklich interessante Hintergründe vermittelt, die einem helfen das Ganze besser in einen größeren Rahmen einordnen zu können - mir kommt so etwas immer sehr entgegen, denn dann muss ich nichts auswendig lernen, sondern begreife es vom Prinzip her und kann mich sodann von da aus selbständig weiterentwickeln. Desweiteren gibt es ein sehr umfangreiches Kapitel zum Einsatz von Twitter in unternehmerischen Strukturen. Zum Schluß werden hilfreiche Twitter-Tools vorgestellt (Tweetdeck aber zum Beispiel nur ganz am Rande; ist das gut?). Trotz der erstklassig detaillierten Wiedergabe von zum Beispiel Installationsfeinheiten und ein paar computertechnischen Hintergründen, merkt man hier, dass anderthalb Web 2.0-Jahre eben doch so ungefähr ein dreiviertel Hundejahr sind; dieses Aktualitätsmanko soll mit der neuen Auflage ebenfalls erledigt sein.

Ich finde: Man kommt nach der Lektüre dieses Buches gut mit Twitter klar. Man sollte sich jedoch unbedingt die erwähnte neue Auflage - von 2009, glaube ich - besorgen! Vom Stil her, fehlt mir hier die Frische der Internetfachbücher (und nicht nur dieser!) angelsächsischer Destination.

Hermine sagt: Ich lese gerade Das verlorene Symbol, ätschi.

Dienstag, 2. Februar 2010

Twitter

Was Twitter angeht, muss ich mich revidieren: ich hatte ja sogar mal gesagt - ich weiß gar nicht mehr, war es in meinem Blog oder als Kommentar; ich glaube es waren ein oder zwei Kommentare -, dass ich sogar so rigoros bin, keinen Twitterer in meine Blogroll aufzunehmen. Ganz abgesehen davon, dass es heutzutage nahezu unmöglich ist, einen Blogger zu finden, der nicht auch twittert, würde ich mich mithin, logischerweise, von dem ganz grossen Geschehen in der Welt ausschliessen. Ich hatte auch einmal gesagt, dass die Tweets mir zu sinnlos bis seelenlos sind; bis zu einem gewiisen Grad empfinde ich das immer noch so - aber: muss alles einen Komplett-Sinn machen?

Na ja, wie dem auch sei, ich finde Twitter mittlerweile recht nett.

Twitter füttert zum Beispiel mein Credo des mehr Sein als Schein. Als ich Twitter das erste Mal aufgemacht habe, dachte ich, huch, wie niedlich - das kann ich auch. Nach ganz kurzer Zeit wurde mir hingegen klar, dass sich hinter dieser, zunächst, unscheinbaren Oberfläche und dem kurz-knackigen Gezwitscher sehr viel mehr verbirgt: Ich bin froh, mir ein Buch zu Twitter bestellt zu haben.

Die Tweets sind - so ich dann gerade am Rechner verweile - eine schöne Ablenkung, sollte ich mal melancholisch sein beziehungsweise wollte ich einfach auf andere Gedanken kommen. Ich habe mir dazu schon eine kleine Liste gebastelt (ja, so weit bin ich ganz allein ohne Buch), mit spassigen Ablenktwitterern.

Ich hege letzten Endes sogar noch die Hoffnung, dass man mit Twitter das erreichen kann, was (früher) einmal vom Bloggen erhofft wurde: Aufstand der Massen! (Nein, nein, nicht so wie jetzt wieder einige von diesen extremen-Revoluzzern-mit-doch-nur-Blick-für-die-eigene-Macht denken, nein.) Es geht mir hierbei um solch profane Entwicklungen wie zum Beispiel, dass Dell durch die Resonanz und eben den Protest des Web 2.0 erst so richtig gross und saugut wurde.

Ja, ich würde mich sogar soweit versteigen wollen und behaupten, Twitter eröffnet einem erst so richtig das Universum des Web 2.0.

Hermine sagt: Was für ein Piepmatz bist du dann eigentlich?

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