Das Du klein und andere Konsequenzen

Manche selbsternannte Internet-Gurus haben da anscheinend die Regeln für sich gepachtet: So das sind jetzt die Regeln; wir haben das Sagen.

Ich habe dann irgendwann einmal gemeint, ich müsste mich schlau machen: Wie verhalte ich mich denn nun richtig im Internet?, Wie kommentiere ich richtig?, Was ist gern gesehen?, Kann und darf ich verlinken wohin ich will?, usf.

Das fand ich dann unter anderem dazu zu lesen:
  • Großbuchstaben werden als Schreien empfunden.
  • keine Fäkalsprache (natürlich nicht)
  • Plattitüden sind ungerne genommen
  • Anrede (das Du) groß geschrieben, bezeugt dem Gegenüber den persönlichen Respekt
  • Für dahin wohin ich verlinke bin ich in gewisser Art und Weise mitverantwortlich
Also:
  1. Die ersten beiden Vorgaben und das verantwortungsbewusste Verlinken werden entsprechend den im Internet tradierten Interpretationen gehandhabt. (Wenn Internet und tradiert kein Widerspruch sein sollte!?)
  2. Plattitüden ungerne genommen: na das passt ja, zu einigen Themen kann ich meinen Mund (kaum) halten
  3. Anscheinend wird die groß geschriebene Anrede (mittlerweile) im Web 2.0 nicht mehr als Respektsbezeugung aufgefasst, sondern nur noch als eine Art verschrobenes Relikt, so in dem Sinne: Da sitzt doch so ein graumeliertes Menschlein dahinter? So eine antiquierte Nullnummer?
  4. Ich hege auch weiterhin Respekt gegenüber den meisten Kommentar-Partnern. Und diejenigen, die ich nicht respektiere, kommentiere ich auch nicht - auch dies im Grunde nur eine Fortsetzung meiner bisherigen Vorgehensweise.
Irgendwo ergeben sich die für mich entscheidenden Konsequenzen - wieso ich diesen Post überhaupt angefangen habe - hier jetzt nahezu von alleine und seien (z.T. nochmalig) festgehalten:
  • Ich unterlasse von jetzt an diese anscheinend komplett obsolete groß geschriebene Anredeform.
  • Was ich nur nicht unterlassen werde: meinen Mund da aufzumachen, wo es Not tut; auf Missstände und Verlogenheit(en) da hinzuweisen, wo dies hingehört ("Statement").
  • Hinsichtlich solcher Statements werde ich mir wohl nur eine etwas weniger direkte und glattere Strategie für das Kommentieren zulegen. (Zum Beispiel, die pure Namenserwähnung irgendwo in einem entsprechenden Kontext tut es oftmals bestimmt auch schon.)
    • Im Zuge einer direkteren Strategie, fühlen sich die Kommentierten ansonsten zu gerne gleich so auf den Schlips getreten. Beziehungsweise: Ein heikles Thema nicht hundertprozentig einwandfrei, sprich ast-rein, aufgreifen und dann die zwangsläufig daraufhin auftretenden kontroversen Kommentierungen nicht auszuhalten vermögen, eben solche Kommentierungen, die auch Mal - fachlich durchaus korrekt! - abseits des vom Post vorgegebenen Hauptpfad geraten können. - Nun ja, dann soll man ihm den Spaß lassen.
Hermine sagt: Na, das sind ja Mega-Konsequenzen.
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