Thomas Bernhard (1)

... und immer und immer wieder, hinter dem Landgesicht, dem Hausgehilfinnen-, dem dünnen jungen Gesicht ... den Hintergrund dessen, worauf ich spaziere ... den Vordergrund ... ich spaziere und täuschte mir einen Spaziergang vor ... ich war nicht mehr fähig zu einem Spaziergang, ich hatte mir meinen Spaziergang nach Wilten vorgetäuscht, den ganzen Nachmittag vorgetäuscht, mein ganzes Elend, unser ganzes Elend nur vorgetäuscht ... ich war in mir selbst mit mir wie mit mir wie in einem schlechten Roman vorgegangen ... denn ein vorgetäuschter Spaziergang ist kein Spaziergang, während er doch ein Spaziergang ist ... erscheint nur als ein Spaziergang, als der Spaziergang eines Spaziergangs ... ich spielte mir also diesen meinen Spaziergang, und zwar den vorgetäuschten Spaziergang eines Spaziergangs, der kein Spaziergang war, neben Walter, im Wartezimmer des Internisten, vor ... neben Walter, der eine Stunde lang warten mußte, bis ihn das Fräulein dann endlich aufrief, widerwillig aufrief ...
(a.a.O., S.49)

Lit.:
Bernhard, T.: Amras. Frankfurt am Main 2006.

Hermine sagt: Bitte sehr.
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