Dienstag, 27. September 2011

Ich könnte mir in den Hintern beißen

Ich könnte mir in den Hintern beißen. Dass ich da nicht schon viel früher darauf gekommen bin.

Einer meiner Bekannten trainiert am Samstag, fährt am Sonntag nach Las Vegas ("Vegas"), kommt am Freitag wieder und hat am Samstag seinen nächsten Trainings-Termin als Trainer. "Ich bekomme keinen Jetlag", so seine eindeutige Aussage.

Nun, dieser Mensch lebt, unabhängig von Zeit und Raum, könnte man sagen. Mir imponiert das; gelebtes Zen sozusagen. Ich weiß: immer wenn meine Frau und ich nach 14-16 Stunden Flug - je nach Anzahl der Zwischenstopps - aus Kanada zurückkommen, dann haben wir Jetlag; wir leben praktisch eine Woche lang in einem anderen Schlaf-Universum, zwanzig Stunden schlafen, vormittags aufwachen, zwei Stunden wach mit kurzer Nahrungsaufnahme, am nächsten frühmorgen um, sagen wir, 4.15 Uhr aufwachen und dann nochmal abends und so weiter und das eben eine Woche lang. Was weiß ich woran das liegt. Jedenfalls, in Richtung Kanada  ist Jetlag nie ein Problem, aber eben immer zurück, wahrscheinlich, so meinte ich bisher immer, schon rein intuitiv, hängt es damit zusammen, dass wir auf dem Rückflug vor dem Mondaufgang beziehungsweise vor dem Sonnenuntergang wegfliegen, irgendwie. Immerhin: das macht doch mein (guter) Bekannter von Vegas nach hierher auch mit!? Ich bin Mal gespannt, ob der nun wirklich keinen Jetlag bekommt - der macht das ja nicht zum ersten Mal, ich glaube ihm das schon -, ich kann es nur nicht glauben.

Na, jedenfalls, was das Training angeht, habe ich über zwanzig Jahre nicht jede, aber immerhin doch fast jede Sportart ausgeübt, die man sich denken kann. Jetzt trainiere ich seit nahezu fünfzehn Jahren Kraft und Ausdauer - an Geräten. Obschon doch mein Motto immer gewesen war: Laufen ohne Ball, ich? Mein Argument war, ich lasse mir von niemandem etwas sagen und schon gar nicht in geschlossenen Räumen mit vielen Menschen und dann da so rauf und runter hüpfen usf..

Jetzt habe ich doch Mal meine Nase in eben solch einen Sport-Kurs gesteckt, von wegen Zusammenwirken von  Koordination und Kraft und Ausdauer usf., dachte ich mir. Nur so viel: an der Kraft und an der Ausdauer liegt´s nicht.

Und jetzt? Jetzt bin ich süchtig nach solchen und ähnlichen Sport-Kursen. Das macht solch einen Spaß, das bringt so dermaßen viel für jeglichen Aspekt körperlicher und seelischer Gesundheit. Fantastisch. Vielleicht schaffe ich es sogar, dieses Jahr nach langem mal wieder meine auf Wetterfühligkeit basierende Melancholie in den Griff zu bekommen, d.h., dieses Jahr vielleicht endlich mal nicht unter Herbst-Melancholie zu leiden.

Zusätzlich: Auf einmal bin ich noch mehr hinterher, meinen Tag, meine Tage bis in den letzten Winkel zu nutzen. Auch so ein wunderbarer (Neben-)Effekt meiner neuen Perspektive von Sport-Begeisterung.

Wie gesagt, ich könnte mir in den Hintern beißen; vielleicht kann ich das demnächst tatsächlich - und dann hätte ich es eben schon viel früher können mögen.

Nun, es ist nie zu spät.

Ob der Jetlag kriegt?!

Hermine sagt: Ich wlll einen Jet-Ski.
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