Buddenbrooks (6)

»Der Kaufmannsstand ist doch ein schöner, wirklich beglückender Beruf!« sagte er. (Christian Buddenbrook; Anm. v. mir) »Solide, genügsam, emsig, behaglich... ich bin wahrhaftig ganz dafür geboren! Und so als Angehöriger des Hauses, wißt ihr...kurz, ich fühle mich so wohl wie nie. Man kommt morgens frisch ins Comptoir, man sieht die Zeitung durch, raucht, denkt, an dies und jenes und wie gut man es hat, nimmt seinen Cognac und arbeitet mal eben ein bißchen. Es kommt die Mittagszeit, man ißt mit seiner Familie, ruht sich aus, und dann geht´s wieder an die Arbeit... Man schreibt, man hat gutes, glattes, reinliches Firmenpapier, ein gute Feder... Lineal, Papiermesser, Stempel, alles ist prima, nach der Reihe, eins nach dem anderen, bis man schließlich zusammenpackt. Morgen ist wieder ein Tag. Und wenn man zum Abendbrot hinaufgeht, fühlt man sich so durchdringend zufrieden...jedes Glied fühlt sich zufrieden...die Hände fühlen sich zufrieden...!«
»Gott, Christian!« rief Tony. (seine ebenfalls erwachsene Schwester; Anm. v. mir) »Du machst dich ja lächerlich! Die Hände fühlen sich zufrieden...!«
(a.a.O., S.269f.)

Lit.:
Mann, T.: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Frankfurt am Main 19605.

Hermine sagt: Bitte sehr.
Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Eivør - Trøllabundin

Der Augenblick des Todes

Urlaub - La Palma V