Philosophie in der zweiten Potenz

[...] Philosophie, die auf Klarheit und Begriffsschärfe aus ist, kann die Lebenskeime, die auf Dunkelheit und Unbewußtheit angewiesen sind, zerstören. Eine Philosophie, welche diese Gefahr erkennt, wäre eine Philosophie in der zweiten Potenz, eine Philosophie also, die ihre eigene Gefährlichkeit - die Verführung durch sich selbst - zum Thema macht. Philosophie ist nötig, um den Schaden, den sie anrichtet, in Grenzen zu halten oder eben mit den Worten Schillers: nur die Philosophie kann das Philosophieren unschädlich machen.

(a.a.O., S.208)

Lit.:
Safranski, R.: Goethe und Schiller. Geschichte einer Freundschaft. München 2009.

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