Freitag, 25. Dezember 2015

Treibsand

In der Beziehung mit meiner Ex Frau rannte ich ab und an in die, wie ich es nenne, Vorurteilsfalle: Sie hatte ein Buch gelesen oder etwas bei anderen Frauen aufgeschnappt und schon galt ich als Unberechenbarer oder als typischer Verständnisloser.

Um da wieder raus zu kommen, half die Konfrontation mit der Realität nicht - jeder kennt mich als sehr ausgeglichen, jederzeit hilfsbereit und zurückhaltend -, denn es war nicht die ihre. Einzig und allein die Offenlegung der Quelle für das aktuelle Vorurteil und ein (Streit-)Gespräch darüber konnte mich jeweils retten.

Nur einmal, nämlich beim letzten Mal, kapierte ich bis zuletzt nicht, was bzw. wer die Quelle ihrer Wut auf mich war. Und das zerstörte mich bzw unsere Ehe. - Eigentlich sollte ich wohl darüber froh sein, jedoch bis heute würde ich sofort wieder Ja sagen. Und damit nähme das Drama erneut seinen Lauf ...

Dienstag, 24. November 2015

Der Augenblick des Todes

Noch im Augenblick des Todes werde ich Tränen um meine Ex-Frau weinen.

So denke ich, wenn ich mich richtig tief in die Trauer um meine geliebte Ex-Frau begebe. - Das geschieht gottseidank immer seltener. Dieser von mir in früheren Zeiten wenig geachtete Spruch: Die Zeit heilt alle Wunden...

Sonntag, 15. November 2015

Film: Verblendung

Meine Filmempfehlung: Verblendung.

Mit Daniel Craig. Genial.

Wir brauchen jede Menge dieser tatsächlich unbestechlichen und unerschrockenen Investigativ-Journalisten nebst Assistenten wie Stieg Larsson es war.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Urlaub - La Palma VIII

Tag der Rückreise.

Wieder ein Tag des Wartens, dass es weiter geht. Auschecken im Hotel. Alles glatt. Nur die Zeit davor...Gemütlich gefrühstückt. Noch gelesen. Die Luft und die Zeit genossen. - Dieses Credo, die gesunde Lebenseinstellung, dass es das Hier-und-Jetzt ist, das zählt, das wird mir immer deutlicher und wichtiger. - Dann wartete ich auf das Taxi.

By the way: ich find das so geil: diese nervigen Deutschen, die alles sichern, alles raffen, alles als Erste und alles als Beste haben wollen, und dabei auch noch laut sind mit ihrer Scheiss-Art, die kommen im digitalen Internet einfach und gottseidank keinen Schritt weiter. Das Meer, der große Gleich-Macher Internet.

Zuerst kam ein Bus, der Fahrer hatte meinen Namen nicht, also war ich mir klar, der Bus galt nicht. Da die Warterei aber noch zwanzig Minuten so weiter ging - gemäß schriftlicher Benachrichtigung sollte ich zwanzig Minuten vor Abfahrt da sein -, hatte ich genug Zeit mir Sorgen zu machen, ich hätte  meine Chance mit dem Bus verpasst. Obwohl ich eindeutig die Namen auf seiner Liste identifiziert hatte. Hm, obwohl ich also vorher so schön im Moment war, reichte diese Unsicherheit aus, mich zu beunruhigen, Naja, es hing ja doch viel von dieser Taxi-Fahrt ab, also darf ich beunruhigt sein.

Der Taxi-Fahrer kam exakt und wollte mich vorsätzlich durch seine Freundlichkeit zu einem Trinkgeld provozieren. Das war für mich die erste Übung des Tages dem Stand zu halten. Sehr angenehm, dass ich am Flughafen praktisch genau nur so lange Wartezeit hatte, dass es für den Duty-Free Shop gereicht hat. Da habe ich irgendwie es geschafft nahezu sämtliche Einkaufs-"Pläne" zu ändern. Erst sollten es ja Davidoff Hot Water und Jameson werden und womöglich Kopfhörer. Letztlich habe ich mich an Kens Motto erinnert, dass die Rabatte es eigentlich auf dem Flughafen ausmachen. So wurde es dann ein Johnnie Walker Black Label; in der Distillery, die jede einzelne einzelne Flasche Johnnie Walker mit mindestens einem Tropfen ihres Single Malt versorgt, war ich ja schon. Soll ich doch wieder nach Schottland!? Schon sehr schön dort.



Im Flugzeug, welch Wunder, kam ich genau wieder neben dasselbe Paar vom Hinflug zu sitzen. Nur diesmal ich neben die Frau und - gottseidank -. am Gang.

Im Flugzeug stand neben der Flugbegleiterin plötzlich ein Mann: Gottfried Dolezal? Ich werde ihn nachher, wenn ich ihn nochmal sehe, ansprechen. In jedem Fall ist mir dabei blitzartig klar geworden - unterstützt durch die Geschichten (Gestalttherapie), die ich gerade lese, dass ich schon damals vor zwanzig Jahren, als ich Gottfried zum ersten Mal gesehen hatte, immer nur meine Beziehung zu Frauen im Kopf hatte!... Es war schon immer schwierig. Irgendwie sind meine Beziehungen immer schwierig, jedenfalls geht es mir um Nähe und die ist für manche zu viel und vor allen Dingen bin ich genau in dieser Beziehung sehr vulnerabel.

Wenn mir jemand mit Offenheit kommt, mit Zuneigung gar, dann bin ich ein gefundenes Fressen für Alle. Und ich kann dann nicht mehr unterscheiden: ist das Liebe?

Die Begegnung mit Gottried hat mich an meinen Anfang zurückgebracht und vorangebracht.

Und ich kann´s noch: die Leute fragen mich um Rat. Um mich herum einen Menschenansammlung und ich werde gefragt. Das funktioniert selbst dann, wenn ich offensichtlich kein Einheimischer bin und wenn klar ist, dass ich gerade an andere schreibe. Ich sag´s ja, ich bin im für mich richtigen Beruf, meine Berufung. Zu und zu schön, nach Hause fahren und gleich mit Freunden verbunden sein und schreiben und Nachrichten austauschen. Auch wenn ich gar nicht gut darin bin, Freundeskreise zu pflegen. Wenige aber richtig gute Freunde. Und schon gleich wieder drei neue Verabredungen: zwei Morgen, eine Ende November...

Dienstag, 27. Oktober 2015

Urlaub - La Palma VII

Heute - am Ende der Reise - bin ich sehr achtsam gewesen. Das hat mir sehr gut getan.

Morgens bin ich mal wieder, wie auch in den Tagen zuvor, mit einem intensiven Traum wach geworden. Es ging sehr konkret um Steffi, ich diskutierte mit ihr um ihren neuen Freund (den ich nie kennen gelernt habe - und zu der ich seit Jahren null Kontakt mehr habe), bei dem es ja wohl nur um materiellen Fortschritt ginge (im Gegensatz zu unserer Zeit), und welcher wiederum nicht so sei, nämlich eher Betrug. Klar.

Ich hatte in den letzten Tagen ein Buch gelesen, welches sprachlich sehr flapsig daherkommt, sehr sarkastisch und zynisch. Das gefällt mir riesig. Und wahrscheinlich genau dadurch drang die (wissenschaftlich fundierte) Botschaft umso tiefer unter meine Haut: Es geht um Hirnwichserei, die zu beenden ist durch Achtsamkeit (Atem, Körper, Geist). Ich bin heute achtsam zum Frühstück, in dem Sinne achtsam, wie in dem Buch beschrieben (und mir nicht unbekannt). Auch alles weitere tat ich so dauernd achtsam, wie mir mit meinem "Trainingsstand" möglich.

La Palma ist schön. Ich bin wie immer alles in meinem Tempo - und sehr achtsam - gegangen. In der letzten Zeit haben ich es mir zur Gewohnheit gemacht, zu strategisch günstiger Zeit ein Red Bull zu geniessen. Und die Umgebung. Und, siehe da, bei all dieser Achtsamkeit, dem Gut-mit-mir-Umgehen, vor allem dem "demonstrativen" Auslassen meiner Hirnwichserei kamen mir mit einem Mal die tollsten Gefühle und Lösungen. (Hm, wahrscheinlich hatte die Tageszeit auch einfach ihr Gutes. Morgens bin ich einfach anfälliger für Trübsinn.)



Es wird tatsächlich (wieder) Zeit für eine Ostfriesische Insel oder Sylt oder Rügen. Wangerooge, Baltrum, (Spiekeroog wegen ihrer Ursprünglichkeit als Wiederholung?), Sylt oder Rügen. Mir war klar geworden: Ich habe einfach keinen Bock auf Wanderungen bergauf egal bei welcher Temperatur; auch habe ich keinen Bock durch Hitze gelähmt zu sein.Ich sehne mich nach dem Gefühl eines achtsamen Strandspazierganges! Ich sehne mich nach meinem Norddeutschland. Im Mai will ich das tun. Ich freue mich.

Ich habe noch einige Fotos gemacht. Es ist einfach schön hier. Heute Abend geniesse ich wieder meinen gegrillten, fein geschnittenen Oktopus mit kanarischen Kartoffeln. Und dann ist es gut mit La Palma. Bzw. ich werde natürlich noch das Wasser und die Geräusche bei Dunkelheit geniessen.

Jetzt war ich gerade Essen. Warum ist mir dieses Restaurante (und die Bedienung, anscheinend die einzige weibliche Bedienung Umzu) nicht schon in den Tagen zuvor aufgefallen?? Hat das was mit meiner gestiegenen Achtsamkeit zu tun oder doch mit dem Ruhetag meines eigentlichen Ziel-Restaurantes? Sehr gut, sehr preisgünstig, nochmal etwas gespart (trotz, wie immer, reichlichen Trinkgeldes). Espresso: 70 Cent! Und überhaupt: Super 95 kostet weniger als 95 Cent.



Danach natürlich mein Gang an der Steil-Küste entlang, mit besonderer Achtsamkeit. Und doch liess es sich zwischendurch nicht gänzlich vermeide, der Gedanke, die Sentimentalität: wieder ein Urlaub ohne Steffi - irgendwann werden diese Urlaubs-Gedanken anders sein, darauf soll es ja hinauslaufen: neue Assoziationen; mein Leben mit Ereignissen füllen.



Ich werde die mir mittlerweile sehr angenehm gewordene Art der Spanier vermissen. Dagegen: nervige deutsche Papas, die sich besonders darin gefallen - und wohl meinen es zeuge von besonders gutem Erziehungsstil -, ihrem Kind jeden erdenklichen Scheiss lautstark, mit Engelsgeduld und besonders ausführlich "erklären" zu müssen.

Montag, 26. Oktober 2015

Urlaub - La Palma VI

Heute habe ich mit dem Bus die Süd-Route La Palma befahren. Der Norden ist für mich schöner. Insgesamt ist mir klar geworden - ich war auch nochmal in Santa Cruz -, dass ich hier nicht wieder herkommen werde. So schön wie die raue Lava-Küste, die tollen Wolken-Formationen und die angenehmen Spanier auch sind.



Ich bin nicht der Mensch für durchgehend warme Temperaturen und dann auch noch Wald und überall Steigungen. Ich freue mich schon auf Zuhause und dort Begriffe wie "lange Strandspaziergänge" einzugeben. Wahrscheinlich kommt dann am Ende Rügen, Schottland oder gar Sylt dabei heraus. Mit Sylt könnte ich mich mittlerweile sehr anfreunden. Von Rügen haben die Borkumer geschwärmt. Die Logistik dort sei viel besser. Ich freu mich schon.

Mai denke ich mir aus. Und wenn es ein Hotel ist. Oder Baltrum? ... Jedenfalls bin ich in Bezug auf mein Leben einfach nur optimistisch. Meine Selbsterfahrung, La Palma...Sparen. Am Ende etwas Eigenes kaufen, Dann wird die magere Rente reichen. Und wer weiss überhaupt, was bis dahin sein wird. In meinem Beruf habe ich den Vorteil noch lange arbeiten zu können, ohne mich umzubringen. Lotto werde ich spielen. Mal sehen. Tut nicht weh. In Urlaub fahren. Im Hier-und-Jetzt leben und geniessen. Suchen werde ich auch nach "Muss Gleitsichtbrille sein??" oder so. Und am Ende werde ich eine ganz schicke Brille in meiner Stärke, mit selbsttönenden und schon getönten Gläsern holen, ohne Gleitsicht.

Ich sehe mein Leben wieder optimistisch, gottseidank. Das Leben ist ein Strauss. Ich wäre blöde, würde ich mich an einer Pflanze nur laben!?

Sonntag, 25. Oktober 2015

Urlaub - La Palma V

So hatte ich es mir vorgenommen: Einen Tag (Sonntag) im Hotel, dabei ab und an in den Pool. Sonntags sind die Restaurantes sowieso dicht; überprüft habe ich das abends nicht; ich wollte ja auch die Vorräte, die ich mir gekauft hatte, verbrauchen. Bäh, den Käse habe ich zum Teil weggeworfen, wer weiss, was das wirklich war.

Ich habe ganz viel gelesen. Und auf ZDF-Info den RAF-Tag gesehen, immer mal wieder. Das Lesen tat mir, wie immer in meinem Leben, sehr gut. Nebenbei habe ich immer mal meine Gedanken und Gefühle abschweifen lassen. Insgesamt war das alles sehr heilsam. Ich wurde teilweise bestätigt und ich habe mir neue, positive Ideen, Absichten, Anreize und Impulse verschafft.

Und ohne dass ich das währenddessen, sondern erst im Nachhinein, mitbekommen hatte, war der Knoten spürbar (oder eben nicht mehr länger spürbar) gelöst: Ich fühlte mich durch meine Reminiszenzen, durch meine Sentimentalitäten, zu denen ich übrigens von Kindheit an neige - ich sei das einzige Kind gewesen, welches mit 4 Jahren bereits den Unterschied zwischen sentimental und sensibel kannte: weil ich eben beides bereits in diesem Alter in hohem Maße war -, nicht mehr weiter belastet, wie weg. So schön. Und mein Leben, da wo ich jetzt bin und wie ich jetzt bin: in Ordnung. Natürlich, würde ich gefragt, willst du sie wieder zurück nehmen, wenn du die Möglichkeit hast? Ja, sofort, ohne hinzugucken. Das alles war und ist mir stets klar! Jetzt jedoch ohne Traurigkeit, ohne Tränen-Seen. Ich kann im Hier-und-Jetzt entspannt und zuversichtlich leben.

Auf La Palma hat es Mal geregnet, dann war es wieder sonnig - einfach schön, so mag ich das. La Palma ist auf jeden Fall eine Reise wert. Sie bietet gerade auch visuell so schöne viele neue Eindrücke. Auch diesbezüglich habe ich heute noch mehr Klarheit: Ich will mal einen Urlaubsort oder eben einfach einen Ort finden, wo ich einfach nur kilometerlange Strandspaziergänge machen kann. Power-Wandern in den Bergen ist nichts für mich; ich schwitze jedesmal unendlich und stimmungsmässig bringt es mir nicht entsprechendes.



Auf La Palma ist es schön zum Wandern, aber eben nichts für mich. Ganz abgesehen davon: Wo warm, da Fliegen - nervig. Am Strand spazieren ist auf La Palma weniger drin. Für Taucher ist es wohl schön. Auch auf Dauer. La Palma beeindruckt mehr durch die raue Vulkan-Küste, weniger durch schöne oder gar langgezogene Strände. Der Wald und alles ist genial - für Wald-Liebhaber. Ich will Strand zum Spazierengehen. Kilometerlang. Ruhig auch raues Wetter. Die Geräusche!

Sind es doch wieder meine der alten Heimat nahen Ostfriesischen Inseln oder gar Sylt, wo ich noch nie war!? Oder Rügen? Da schwärmen die Borkum-Urlauber bzw. dort arbeitenden so davon. Jedenfalls nach Borkum kann ich so schnell nicht wieder ("die gute alte Zeit"), trotz meiner im Großen und Ganzen gelingenden Heilung.

Samstag, 24. Oktober 2015

Urlaub - La Palma IV

Heute war ich hin und her gerissen. Wegen des unbeständigen Wetters und wegen meiner Verfassung hatte ich fast schon heute (und nicht erst morgen) meinen Faulenzer-Tag eingeschoben. Ich bin dann an der Promenade entlang geschlendert, wo wie ich es mir vorgenommen hatte. Schön.

Es war wieder sehr intensiv für Auge, Ohr und Seele. Es gab so viele kleine Orte zum Innehalten. Dieses Wasser, diese Lava - die Geräusche.

Wasser macht einfach! Und irgendwann - egal wann - hat sich auf dieser stahlharten Lava eine neue wunderschöne Form herausbilden lassen. Im Moment ist jedes Wasserspiel, jedes Geräusch wundervoll. Wie gebannt war ich jedesmal. Jeder Ort, jedes Geräusch, jeder Gang, jedes Foto - ich habe mir nichts nehmen lassen.

Weder durch meine Seele noch durch meine eigenen Einflüsterungen. Meine Seele war heute - heute Nacht schon - belastet. Die alten Geister (und Illusionen?) zerren wieder an mir, machen mich traurig. Die so wunderschönen Momente von früher sind nicht mehr und kommen nicht mehr. Sie fehlt mir so sehr. Vom ersten bis zum letzten Tag und noch heute, 3 Jahre nach der Scheidung, liebe ich sie und ich vermisse sie unendlich! Und wieder: Wie hätte ich das nur aufhalten können!? Ich war es, ganz alleine ich - von dem Gedanken, von dem Gefühl komme ich nicht weg. Urlaub war immer die schönste Zeit.

Heute Nacht war es mir nach langem Wachliegen klar, da ist die Parallele: Alle 3 Frauen dasselbe, angefangen bei meiner Mama. Ich war (und bin) stets der Seelentröster, mit einer unmenschlichen(!) Ausdauer und Geduld. Ich blieb dabei auf der Strecke. Entweder verkapselte ich mich während ich das Leid begleitete oder ich wurde ein Meer aus Traurigkeit während ich das Leid begleitete. Das alles immer erst im Laufe der Jahre. Und wenn ich über mein Thema mich austauschen wollte, manchmal verzweifelt Rat suchte, dann wurde der Zeit- und Energieaufwand eingegrenzt. Unter anderem mit Worten, die mich vor den Kopf stießen, die mich verletzten - wäre ich nicht süchtig nach diesen 3 Frauen gewesen.

Ich habe jahrelang unter dem Entzug meiner Mama gelitten, die viel zu früh gestorben ist. Unter dem Entzug meiner Ex-Frau leide ich aktuell und ebenfalls nach Jahren des Entzugs noch immer unendlich stark... Das Mich-Aufgeben habe ich bei der dritten Frau noch rechtzeitig beenden können. Hm, sie hatte wohl auch keine Chance gegen den Einfluss meiner Ex-Frau.

Mein bester Freund sagt immer, Gefühle seien übertragbar. Ich glaube es. Ich habe heute bei all der Last auch zwischendrin innerlich Bilder von einer Zukunft mit einer Frau gesehen, ich habe nämlich das Bild einer wunderschönen (für mich) Frau mit einem fröhlichen, entspannten Gesicht und schönen welligen, dunklen Haaren gesehen. Ein Gefühl für die Atmosphäre zwischen uns hatte ich auch.

Plötzlich war mir klar, wo ich sie finden könnte: bei Lesungen, bei entspannten Veranstaltungen. Der der das erzwingt, bin ich auf keinen Fall, Ich werde mich aber wieder mehr um solche Veranstaltungen bemühen.

Dies alles spielte sich zum Teil ab während ich am Strand war und auch hier den Atlantik "berühren" musste. So schön. (Und wieder...Kanada...1996...Pazifik) Gottseidank bin ich so stark, dass ich mich denn doch immer wieder auf die wundervollen Augenblicke, die Gegenwart, das Hier-und-Jetzt besinnen konnte.



Ich hatte mir ja schon in der Vorbereitung für heute vorgenommen zu genießen: Sehen, hören, Musik hören, mich bewegen, Red Bull genüsslich trinken. Und ich hatte mein Mikrofaser-Tuch (wie schon in Schottland) dabei, um meine wunderschönen Füsse zu trocknen. Auch so etwas: ich war und bin von "ihren" Füssen begeistert - dabei: waren es stets meine eigenen?! Das gerade heute mir wieder so nachdrücklich unsere Hochzeitsreise einfällt. Auch abends beim Essen. Damals Lachssteak am Stäbchen hochgehoben. So wundervoll.

Ich habe heute die € 10, die ich noch vor kurzem "zu viel" ausgegeben hatte wieder - wie von mir geplant - eingespart. Das war natürlich lecker. Ente. Und dann an der Promenade im Dunkeln am Wasser entlang. Genial. Dieselben innerlichen Genüsse wie tagsüber nur noch viel intensiver! Einfach genial.

Die Reise nach La Palma hat sich spätestens jetzt vollständig gelohnt. Nicht zuletzt auch wegen meiner neu gewonnenen Erkenntnisse. So wie ich es wollte. Späterhin wird es wohl so sein, dass sich auch die Urlaube - diese mit Vergangenheit durchtränkten Ereignisse - mit neuen Assoziationen anfüllen und für mich einfach unbeschwert schön sein werden.

(Verdammte Scheiße. Mir ist immer noch nicht klar, warum ich immer an diese "Ich will das", "Ich will das auf gar keinen Fall" und so dominant auftretenden Frauen, diese Unentspannten gerate. Und ich bin - das merke ich in den letzten Jahren und bekomme es von allen, denen ich begegne,  gesagt - der Tiefen-Entspannte! Aber jeweils nach längerem Zusammensein, nach längerer Beziehung werde ich unentspannt...nervös...)

Freitag, 23. Oktober 2015

Urlaub - La Palma III

Das war haargenau die richtige Idee: Ich bin tatsächlich von Los Cancajos (Hotel La Caleta) nach Santa Cruz mit dem Bus, habe mich dort kurz mit Holländern unterhalten, eigentlich nur, um meine Idee zu verifizieren. Dann ging es - wie ich es mir ausgedacht hatte - mit der Linie 300 von Ost nach West, Los Llanos. Dort traf ich wieder die Holländer. Die wollten nach Tazacorte (Hafen). Früehr wäre ich der netten Art, besonders der Holländerin, gefolgt.

Ich wusste aber, ich will die Rundfahrt machen. Ein Mal ganz um den Norden der Insel. Mehr als 4 Stunden wird die Fahrt dauern. € 2.10 - Klasse. Und ich hab alles gesehen, ich war immer hellwach. Auch genau richtig, dass ich mir noch Geschirrspülmittel und 4 Red Bull geholt hatte im Euro-Spar in Los Llanos.

Ich habe mir die Fahrt so richtig gemütlich werden lassen und habe zum entscheidenden Zeitpunkt insgesamt 2 Red Bull getrunken. Schön, wie ich alles gesehen habe. Und auch die La Palma Bewohner gesehen und gehört habe. Die haben immer mit dem Bus-Fahrer sich laut unterhalten. (Wie ich als Kind immer mit den Strassenbahn-Fahrern...)



Unterwegs habe ich von einem Berg zum anderen, über einen "Fjord" hinweg einen vollständigen und einen an ihm angelehnten Regenbogen gesehen. Überall waren auf der West-Seite Bananen-Plantagen und Gewächshäuser. Viele Kiefern, Pinien und Zedern - denke ich. Eine Straussenfarm. 



Aber naja, man fährt Mal rum, sieht alles. Zum Wandern finde ich es zu riesig und zu nass. Das wäre Kampfwandern. Und so etwas will ich nicht. Es war so schön, wie ich immer entspannter wurde. Alles klappte. Ich sah meine Zukunft und mein Leben viel entspannter. Alles ist gut! Ich werde sparen. Und am Ende evtl. etwas für mich kaufen. Sparen kann ich. Urlaub auch. Höchstens werde ich eine kleinere, billigere Wohnung nehmen. Ansonsten sind die Gleise schon richtig gestellt. Entspannt! Wenn ich mir evtl. etwas am Ende kaufe, lebe ich ja auch sozusagen mietfrei. Und ich lebe vorher noch. Wie gesagt, höchstens die Wohnung kleiner.

La Palma macht mir schon Spass. Ich suche aber noch immer meinen perfekten Urlaub. Gut so.

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Urlaub - La Palma II

Ich bin heute an den "Strand" gegangen. Das war schön. Auch wenn es "nur" Lava-Klippen sind. Die sind schön bewachsen oben auf den ebenen Flächen. Ich habe jede Pflanze, die eine andere Sorte war, eine Sorte, die ich zuvor noch nicht gesehen hatte, berührt und berochen. Da waren so richtig schöne, nach Zitrone duftige Blumen dabei. Wundervoll, wie sich das Leben so schön auf Lava ausbreitet. Lava ist aber vielleicht auch nicht tot.

Das sieht toll aus: Wie das superblaue Atlantik-Wasser gegen die schwarzen Lava-Klippen knallt und spült. Ich hab an vielen Stellen gestanden und den Anblick genossen. Und die Geräusche. Toll. Das alleine ist schon die Insel La Palma wert. Das war tatsächlich ein Rausch der Sinne. Ich mache das auf jeden Fall nochmal. Rechts rum ging es zu wunderschönen Ausblicken. Vor allem auch dann mit Blick auf die Stadt Los Cancajos. Gelbe mediterrane Kulisse. Jetzt verstand ich das Schöne an der "mediterranen" Farbe. (Mediterran ist es ja wörtlich hier nicht.)

Besonders wertvoll für mich, dass ich wirklich die einzelnen Plätze genossen habe. So richtig wirklich. Und ich wollte immer an diesen oder jenen Punkt, um besser gucken zu können. So schöne Aussichten, gerade wenn es so schöne Fontänen zu gucken und zu hören gab. Wenn ich mir vorstelle, wie sich da das Wasser über Jahrhunderte ranschmeißt und in die Klippen reinschleicht und einfräst. 

La Palma hat das toll gemacht. Mit den schwarzen Lava-Mauern. Zur Land-Seite hin verbergen sich dahinter meist die Pools der Hotels. Schlimm die zwanghaften Deutschen: Der Mann hockt auf seiner Liege, die Frau richtet alles so, wie es sein soll und immer war, damit es dem als perfekt anerkannten System entspricht. Es muss alles so sein, wie es immer war. Die Decke über die Lehne der Liege wird akkurat stramm gezogen, die Strandtasche exakt ausgerichtet.

In den Randmauern zur Wasserseite hin sind immer wieder so Bänke eingelassen und Lücken von wo aus mehr oder weniger längere Wege gehen. Toll. Die Büsche, die kleinen Palmen. Die gelben Blüten zerreiben - riecht wundervoll zitronig. Und die Eidechsen waren überall zu hören und zu sehen. Vögel habe ich auch gehört - aber nicht gesehen.



Viele Selfies habe ich gemacht. Auch immer so schön mit den zweiteiligen Panoramen der Insel: sonnig - wolkig. Toll. Ich dachte, die Echsen werde ich nicht fotografiert kriegen. Dann hat es aber so schön - und noch viel schöner - geklappt. Ich habe auf einer wirklichen Bank an einer Klippe gesessen und nach und nach integrierten mich die Eidechsen. Es gab schmale und kräftigere, die dazu blaue Wangen und Bauch haben. Ich habe gesehen, wie die atmeten. So schön. Fotos von den Echsen konnte ich in aller Ruhe machen. Zum Schluss habe ich dem großen Blauen und den anderen gesagt, dass ich mich nun verabschiede und noch zu der Ecke da vorne gehe und dann wieder zurück ins Hotel.

Ich hatte mir schon überlegt, dass ich mir noch Nescafe und Milch hole. Ich habe mir alles zu meiner vollen Zufriedenheit arrangiert. Ich bin dann ins Hotel und habe einfach nach meinem Geschmack noch ein Genuss-Bad im Pool genommen. Dann noch Schach-Aufgaben. Gedöst. Und dann Essen. Ich hatte diesmal das Edel-Restaurant gewählt und Zehn Euros mehr ausgegeben. Naja, ein toller Kellner. Toller Fisch zum Teil und schön mit Spinat. Ich hadere etwas damit 10 Euro mehr ausgegeben zu haben für höchstens gleichwertiges Essen und Ambiente wie gestern. Aber das ist okay. Ich gehe morgen wieder ins Mi Rincon oder ganz woanders hin.

Gottseidank hatte sich bei der Restaurant-Wahl meine Stärke bemerkbargemacht, und ich bin nicht in das Restaurant nebenan gegangen: Nervende Familien mir nervenden Kindern. Dafür waren bei mir so Schnösel mit Schnösel-Getue und "Uniform". Jedenfalls habe ich gutes Trinkgeld gegeben (zu viel!) und die Freude des Kellners hat mich entschädigt.

Klar ist, ich denke, sobald ich an Früher denke an etwas anderes, nämlich an das Hier-und-Jetzt. Und das ist genau der richtige, der heilende Ansatz. So schaffe ich mir selbst die schönen, neuen, heilenden Assoziationen!

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Urlaub - La Palma I

Am Anfang wie üblich: Alles scheiße, Deine Elli.

Das scheint bei mir das gängige Vorgehen, wenn ich, zumindest im Urlaub, etwas Neues erlebe, neige ich dazu, dies immer - nahezu immer - erstmal schlecht zu machen. Bzw. ich versinke vorab und aus dem Stand in Missmut. (Ich möchte hier nichts über ... schreiben, denn dort habe ich viel so erlebt, und wir rasselten aneinander. Nun, ... war eine Dauerbaustelle und ich liebt sie doch und liebe sie, so meine ich bald, noch.)

La Palma soll eine der drei schönsten Inseln der Welt sein, laut UNESCO (neben Jamaica und Bora Bora). Ich sehe das noch nicht, hier im Osten der Insel bei Dauer-Schnür-Regen. La Palma ist aber bestimmt schön. Heute habe ich die Hauptstadt gesehen. Santa Cruz de La Palma. Und in Los Cancajos oder wo das Hotel La Caleta stehen mag, habe ich im Spar eingekauft, im Ort sehr gut gegessen und getrunken - und ich werde die Insel mit dem Bus und zu Fuß erkunden, nicht mit Mietwagen (> € 200), keine geführte Dödel-Tour machen.

Überhaupt bin ich auf meine Ich-Organisation richtig stolz! Die komplette Reise habe ich geschafft. Ich habe nicht gleich ein Auto gemietet, obwohl mich dieses "Umständliche" mit Bus und Spanisch und andere Menschen schon sehr angekotzt hat. Aber es geht mit dem Bus. Und ich habe es mir ausgedacht. Das wird gut.

Mein Problem: Ich meine, der Urlaub hat auf Anhieb toll(!) zu sein, und in dem Moment begreife ich nicht: Das braucht Zeit; sei geduldig mit Dir, Reinhardt.

Ich habe mir Leckereien vom Spar gekauft, habe dadurch Leckerstes und spare doch. Vom Flughafen Duty-Free habe ich mir leckersten Jameson Irish, triple distilled, Whiskey gekauft; in einer genau richtigen, mittelgroßen Plastik-Flasche. Abends hier auf La Palma, Hotel La Caleta, gönne ich mir den. Dafür dass ich keinen Mietwagen habe, esse ich vorzüglich und trinke: Im Mi Rincon (Los Cancajos gegenüber La Caleta) und der Spar (ganz wichtig) und der Jameson. Und, noch sehr wichtig, ich habe mir am Flughafen dieses Vokabelheft gekauft zu € 1,20. Es hätten auch, wie ich gesehen habe, € 8 - 13 und mehr sein können. Und dabei ist dieses Vokabel-Heft einfach perfekt; mehr braucht es nicht.



Ich sehe gerade ZDF-Info mit so History-Folgen. Demnach bin ich froh, dass ich auf Kaders Tipp mir "Troja" in Blu Ray gekauft habe. Auch für das WT habe ich durch Kaders Reden bei Reifenwechsel vor La Palma wieder vielmehr Motivation (als so schon). Wie Kader gesagt hat, manchmal ist es notwendig positive Horizonte zwecks Motivation aufzuzeigen!

Jedenfalls bin ich stolz auf mich. Ich sehe schon jetzt im Ansatz, dass ich meine Fähigkeiten richtig einschätze. Die Fähigkeiten, durch die ich z.B. La Palma geschafft habe: Die Sprachbarriere schaffe ich unter anderem durch meine Beobachtungsgabe. Die Insel begutachte ich per Bus und zu Fuß - dies kommt eigentlich sogar meiner vorab gefassten meditativen Einstellung sehr entgegen. Und ich bin eben wegen des nicht genommenen Mietwagens jeglicher Schuldgefühle bar.

Zuletzt und eigentlich die ausschlaggebende Begebenheit, die meine Meinung zu La Palma und Spaniern und Spanien wieder gut werden ließ. Ich beobachtete intensiv vier Männer von La Palma, wie sie debattierten, gestikulierten und lachten. Das erinnerte mich an die Griechen, die ich in Thessaloniki so gerne spielen gesehen hatte. Das mag ich. Und macht mich verständnisvoll. Und eigentlich mag ich diese Art, dieses Extravertierte sogar sehr, denn ich wäre - und bin das zu einem von mir noch nicht zur Gänze akzeptierten großen Teil - das sehr gerne selbst.

Dienstag, 20. Oktober 2015

La Palma

Meine grosse Herausforderung: Dass das irgendwann aufhört, dass Steffi und die vermeintlich guten alten Zeiten im Urlaub nach wie vor bei mir mitfahren und mich traurig 😢 machen. Daran "arbeite" ich.
La Palma ist dazu absolut geeignet. Von der UNESCO aus gehört sie zu den drei schönsten Inseln der Welt.


Sonntag, 18. Oktober 2015

Assessment Center

Ich lehne jedes einzelne Assessment Center ab. Diese Dinger sind Menschen verachtend.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Ha - Überlebenskünstler

Ha, ich fühle, nein, ich habe Beweise: es geht mir gut.

Das heisst, ich habe die Depression, die sich so langsam in meiner pathogenen und daher beendeten Beziehung entwickelt hatte, überwunden. Ich bin, z.B., das erste Mal seit Jahren nicht mehr wetterfühlig.

Ich habe wieder Lust in meinem Blog zu schreiben. Und zwar ohne dass es mich interessiert, wie toll das rüber kommt, was ich da kreiere...oder so...

Ich bin insgesamt lockerer. Wieder genussfähig. Selbst-Bewusst.

Ich bin ein Überlebenskünstler!

Und das ist die Höchstleistung, die ein jeder Mensch erbringen kann, das Ziel, das traumatisierte Menschen für ihr Leben erreichen können. Nicht perfekt werden, nicht geheilt sein, nicht den Erwartungen Umstehender entsprechen - Überlebenskünstler sein!

Sonntag, 4. Oktober 2015

Reale Welt

Politiker oder wer immer sich für eine Welt ohne sinnlose Gewalt einsetzt brauchen sich nur die neue Generation der Action-Filme anzusehen, um zu wissen, wo es lang geht: Die Bösen können nur so böse sein, weil die Guten nur zusehen

Samstag, 12. September 2015

Leben genießen

Ich freue mich auf das, was im nächsten Leben alles möglich sein wird - daher bin ich befähigt, dieses Leben in vollen Zügen zu genießen.

Freitag, 21. August 2015

Hautschmeichler


via Instagram http://ift.tt/1huYRhn

Donnerstag, 23. Juli 2015

Geschafft!?

Nach nunmehr fast drei Jahren habe ich es soeben zum ersten Mal geschafft, den archivierten WhatsApp-Chat mit Steffi, meiner Ex-Frau, zu lesen, ohne zutiefst erschüttert zusammenzubrechen, ohne zu weinen.

Diese Erleichterung, diesen enormen Fortschritt habe ich unter anderem meiner kürzlich erst beendeten Beziehung mit Carolin zu verdanken so vermute ich.

Es ist eine mich zutiefst seelisch-emotional erleichternde Tatsache, dass ich es anscheinend geschafft habe in meiner extremen Trauer über die Trennung von meiner über alles geliebten Frau zumindest eine weitere gesund machende Stufe vorangekommen zu sein. - Passt die Hervorhebung vermittels eines Malmots und die Macht von Zeit somit zu betonen? Life is a bitch? - Ich möchte weiterhin trauern, mich lähmen lassen, aber anscheinend kann ich das nicht mehr...

Jedenfalls genau das habe ich lange Zeit für nicht möglich gehalten: Ich liebe(!) und genieße meine (neu gewonnene) Freiheit, mein Selbst-Bewusstsein unendlich.

Freitag, 12. Juni 2015

Sei froh

Ein Freund über eine gerade beendete Beziehung: Sei froh, Du bist gerade noch ein Mal rechtzeitig Kim Jong Il entsprungen. (kurz nach dem 26.April 2015)


P.S.:
Diesen Post hatte ich ursprünglich auf Facebook veröffentlicht. Facebook benutzte ich jedoch fortan ausschliesslich als meinen ganz persönlichen Nachrichten Ticker, als meinen ganz persönlichen Draht zu meiner Verwandtschaft in NYC.

Sonntag, 10. Mai 2015

Vergangenheit

Befreiungsschlag:
Ich scheisse auf meine Vergangenheit.

Wie ein Western-Held

Ich denke mir manchmal - manchmal fühle ich es auch so -, ich sollte genauso reduziert wie die Film-Cowboys und Western-Helden reden. Mich bevorzugt durch Mimik (und eingeschränkte Gestik) mitteilen.

Nicht reden, handeln! Nicht diskutieren, machen! Gar nicht lange rummachen...

Wann würde ich dann noch was sagen? Zu was würde ich dann noch etwas sagen?

  • Wenn ich direkt angesprochen werde. Nein, wenn ich direkt gefragt werde. - Es muss schon eine "gute" Frage sein.
  • Wenn ich etwas will. - Und ich es nur vermittelt vermittels anderer bekommen kann.
  • Wenn ich emotional stark berührt bin. - Das wäre dann...
  • "Guten Tag" - !?
  • "Auf Wiedersehen" - !?
  • Wenn ich meine Erfahrungen weitergebe. - An Nachfolger, die meiner würdig sind.

Nun, es sieht so aus, dass ich beschützt wäre qua meines reduzierten Ausdrucks und qua dessen, dass ich sodann ein Mann des Handelns wäre. Meine Rede würde mich nicht mehr so exponieren, mich nicht mehr so angreifbar machen. Schnackt mir dann jemand zu viel... Nicht reden. Handeln. Mimik und Gestik sind kurz, knackig, bestimmt. Clint Eastwood: Make my day (Ja, ich weiß, das ist kein Western). Nicht zur Rede stellen - gleich den Gewehrkolben, oder was man so zur Hand hat, ins Gesicht des "Verursachers" fliegen lassen.

Hingegen: ich habe etwas zu sagen.

Ich bin emotional engagiert. Ich bin emotional verletzbar. Menschen interessieren mich. Ich bin wissensdurstig. Ich habe studiert. Die Unmengen Prüfungen über mich ergehen lassen. Zusätzlich: die Unmengen Lebens-Prüfungen bereits bestanden. Ich bin der Überzeugung, dass Entwicklung und Veränderung Kennzeichen Lebens sind, zumindest des menschlichen Lebens. Mein Gegenüber ist mir nur in den allerseltensten Fällen gleichgültig... usf.

Also, auf der einen Seite, als Western-Held, unverletzbar; auf der anderen Seite, so wie ich bin, verletzbar, der Gefahr von emotionalem Stress ausgesetzt. Ich muss mich mit anderen Menschen auseinandersetzen. So wie ich bin - so wie ich gestrickt bin, sagt man ja wohl auch nicht von Ungefähr -, kann ich nicht aufhören, mich mit meiner vielfältigen Umgebung auf womöglich ebenso vielfältige, also adäquate Art und Weise  auseinanderzusetzen - Tag für Tag aufs Neue, wobei: nicht immer aufs Neue. - Auch wenn mich diese Lebensweise für emotionale, manche sagen auch: seelische, Verletzungen anfällig macht.

Man soll mir jetzt aber nur nicht meine lieben Western-Helden ganz vergessen: Viele Menschen, die die eben geschilderte Lebens-Einstellung mit mir teilen, vergessen darüber sich selbst, ihr Selbst zu schützen; ja, manche meinen sogar nur mit völlig heruntergelassenen Verteidigungslinien ist der Job (als Mensch) richtig und anständig gemacht. Nur, wenn man am Ende mit dem Kopf unter dem Arm dasteht, habe ich mich richtig aufgeopfert und war den Menschen meiner Umgebung gut, so denken diese Menschen allzu häufig. Sie vergessen, sich abzugrenzen.

Die Einstellung, die die lieben Western-Helden uns vormachen, bietet einen guten Schutzmechanismus - in Situationen, die ihn notwendig machen.

Hermine sagt: So vorbildlich, geradezu, Schnuckel.

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