Urlaub - La Palma VII

Heute - am Ende der Reise - bin ich sehr achtsam gewesen. Das hat mir sehr gut getan.

Morgens bin ich mal wieder, wie auch in den Tagen zuvor, mit einem intensiven Traum wach geworden. Es ging sehr konkret um Steffi, ich diskutierte mit ihr um ihren neuen Freund (den ich nie kennen gelernt habe - und zu der ich seit Jahren null Kontakt mehr habe), bei dem es ja wohl nur um materiellen Fortschritt ginge (im Gegensatz zu unserer Zeit), und welcher wiederum nicht so sei, nämlich eher Betrug. Klar.

Ich hatte in den letzten Tagen ein Buch gelesen, welches sprachlich sehr flapsig daherkommt, sehr sarkastisch und zynisch. Das gefällt mir riesig. Und wahrscheinlich genau dadurch drang die (wissenschaftlich fundierte) Botschaft umso tiefer unter meine Haut: Es geht um Hirnwichserei, die zu beenden ist durch Achtsamkeit (Atem, Körper, Geist). Ich bin heute achtsam zum Frühstück, in dem Sinne achtsam, wie in dem Buch beschrieben (und mir nicht unbekannt). Auch alles weitere tat ich so dauernd achtsam, wie mir mit meinem "Trainingsstand" möglich.

La Palma ist schön. Ich bin wie immer alles in meinem Tempo - und sehr achtsam - gegangen. In der letzten Zeit haben ich es mir zur Gewohnheit gemacht, zu strategisch günstiger Zeit ein Red Bull zu geniessen. Und die Umgebung. Und, siehe da, bei all dieser Achtsamkeit, dem Gut-mit-mir-Umgehen, vor allem dem "demonstrativen" Auslassen meiner Hirnwichserei kamen mir mit einem Mal die tollsten Gefühle und Lösungen. (Hm, wahrscheinlich hatte die Tageszeit auch einfach ihr Gutes. Morgens bin ich einfach anfälliger für Trübsinn.)



Es wird tatsächlich (wieder) Zeit für eine Ostfriesische Insel oder Sylt oder Rügen. Wangerooge, Baltrum, (Spiekeroog wegen ihrer Ursprünglichkeit als Wiederholung?), Sylt oder Rügen. Mir war klar geworden: Ich habe einfach keinen Bock auf Wanderungen bergauf egal bei welcher Temperatur; auch habe ich keinen Bock durch Hitze gelähmt zu sein.Ich sehne mich nach dem Gefühl eines achtsamen Strandspazierganges! Ich sehne mich nach meinem Norddeutschland. Im Mai will ich das tun. Ich freue mich.

Ich habe noch einige Fotos gemacht. Es ist einfach schön hier. Heute Abend geniesse ich wieder meinen gegrillten, fein geschnittenen Oktopus mit kanarischen Kartoffeln. Und dann ist es gut mit La Palma. Bzw. ich werde natürlich noch das Wasser und die Geräusche bei Dunkelheit geniessen.

Jetzt war ich gerade Essen. Warum ist mir dieses Restaurante (und die Bedienung, anscheinend die einzige weibliche Bedienung Umzu) nicht schon in den Tagen zuvor aufgefallen?? Hat das was mit meiner gestiegenen Achtsamkeit zu tun oder doch mit dem Ruhetag meines eigentlichen Ziel-Restaurantes? Sehr gut, sehr preisgünstig, nochmal etwas gespart (trotz, wie immer, reichlichen Trinkgeldes). Espresso: 70 Cent! Und überhaupt: Super 95 kostet weniger als 95 Cent.



Danach natürlich mein Gang an der Steil-Küste entlang, mit besonderer Achtsamkeit. Und doch liess es sich zwischendurch nicht gänzlich vermeide, der Gedanke, die Sentimentalität: wieder ein Urlaub ohne Steffi - irgendwann werden diese Urlaubs-Gedanken anders sein, darauf soll es ja hinauslaufen: neue Assoziationen; mein Leben mit Ereignissen füllen.



Ich werde die mir mittlerweile sehr angenehm gewordene Art der Spanier vermissen. Dagegen: nervige deutsche Papas, die sich besonders darin gefallen - und wohl meinen es zeuge von besonders gutem Erziehungsstil -, ihrem Kind jeden erdenklichen Scheiss lautstark, mit Engelsgeduld und besonders ausführlich "erklären" zu müssen.
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